Erinnerung an Lawinenwinter 1999: Nach dem Rekordschnee droht Hochwasser
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Erinnerung an Lawinenwinter 1999Nach dem Rekordschnee droht Hochwasser

Die Schneemengen in den Bergen erreichten im Januar Rekordniveau. Experten warnen nun vor Überschwemmungen im Frühling.

von
scl
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Im Frühling drohen Überschwemmungen: Das Rheinufer ist teilweise abgesperrt wegen des Hochwassers in Basel am Samstag, 1. Juni 2013.

Im Frühling drohen Überschwemmungen: Das Rheinufer ist teilweise abgesperrt wegen des Hochwassers in Basel am Samstag, 1. Juni 2013.

Keystone/Georgios Kefalas
Vor allem im Wallis wurden Rekord-Schneemengen gemessen: Die Kirche von Niederwald am 22. Januar 2018.

Vor allem im Wallis wurden Rekord-Schneemengen gemessen: Die Kirche von Niederwald am 22. Januar 2018.

Keystone/Dominic Steinmann
Überschwemmter Schanzengraben in der Stadt Zürich am 12. Mai 1999: Starke Regenfälle haben in der ganzen Schweiz zu Überschwemmungen geführt. Vom Hochwasser betroffen waren insbesondere die Kantone Aargau und Basel.

Überschwemmter Schanzengraben in der Stadt Zürich am 12. Mai 1999: Starke Regenfälle haben in der ganzen Schweiz zu Überschwemmungen geführt. Vom Hochwasser betroffen waren insbesondere die Kantone Aargau und Basel.

Keystone/Walter Bieri

In den Alpen erreichten die Schneemengen im Januar Rekordniveau. So fielen auf dem Grossen Sankt Bernhard zwischen acht und neun Meter Neuschnee. Hydrologe David Volken warnt im aktuellen «SonntagsBlick» vor drohenden Hochwassern im Frühling: «Das Potenzial für Hochwasser ist sehr hoch. Zwischen April und Juni drohen je nach Witterung und Abschmelzprozess im Einzugsgebiet der Rhone grosse Wasserabflüsse.»

Der Hydrologe erinnert an die Situation nach dem Lawinenwinter 1999. Damals gab es im Mai in Basel ein Hochwasser, wie es nur alle 100 Jahre vorkommt. «Auch in diesem Jahr könnte so ein Extrem­ereignis wieder vorkommen, falls ein nasser und warmer Frühling folgt», so Volken. Das liege am Klimawandel. «Wir sehen bei uns nun die Auswirkungen einer höheren globalen Durchschnittstemperatur.» Tatsächlich war der Januar im landesweiten Mittel der wärmste seit Messbeginn 1864. Und noch nie wurden regional so hohe Niederschlagsmengen gemessen: So verzeichnete das Oberwalliser Dorf Visp so viel Regen wie sonst in einem halben Jahr.

Wegen der ­hohen Temperaturen lag auch die Schneefallgrenze sehr hoch. Als Folge gingen in der Region mehrere Schlammlawinen ab und Wohnhäuser mussten geräumt werden. An den Rebbergen rund um Visp entstanden Millionenschäden. Experte Volken warnt davor, dass extreme Wetterereignisse wie dieses in Zukunft häufiger vorkommen werden.

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