Tod beim Rodeln: «Nach dem Unfall kann ich hier keinen Spass haben»
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Tod beim Rodeln«Nach dem Unfall kann ich hier keinen Spass haben»

Ein 44-Jähriger ist in Jakobsbad AI aus einem Rodelschlitten geschleudert worden und dabei ums Leben gekommen. Die Behörden haben die Bahn wieder freigegeben.

von
nab
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Am Sonntag nach dem tödlichen Unglück ist die Rodelbahn zwar wieder offen. Doch es hat nur wenige Besucher.

Am Sonntag nach dem tödlichen Unglück ist die Rodelbahn zwar wieder offen. Doch es hat nur wenige Besucher.

20 Minuten
Zwei Kinder fahren auf der Rodelbahn in Jakobsbad AI am Tag nach dem Unglück.Warum der 44-jährige Mann aus dem Schlitten geschleudert wurde, wird noch abgeklärt. Ein technischer Defekt an der Bahn wurde aber ausgeschlossen.

Zwei Kinder fahren auf der Rodelbahn in Jakobsbad AI am Tag nach dem Unglück.Warum der 44-jährige Mann aus dem Schlitten geschleudert wurde, wird noch abgeklärt. Ein technischer Defekt an der Bahn wurde aber ausgeschlossen.

Keystone/Walter Bieri
Tödlicher Unfall in Jakobsbad AI: Ein 44-Jähriger ist am Samstag beim Rodeln am Kronberg ums Leben gekommen.

Tödlicher Unfall in Jakobsbad AI: Ein 44-Jähriger ist am Samstag beim Rodeln am Kronberg ums Leben gekommen.

Leser-Reporter

Einen Tag nach dem tödlichen Rodel-Unfall ist die Stimmung in Jakobsbad AI getrübt: Ein 44-jähriger Mann war am Samstagnachmittag aus dem Bob geschleudert und dabei tödlich verletzt worden – vermutlich weil er nicht angegurtet war. Nachdem die Bahn umgehend geschlossen wurde, gab der Untersuchungsdienst der Kantonspolizei und die Staatsanwaltschaft von Appenzell Innerrhoden diese bereits am Sonntag wieder frei: Ein technischer Defekt könne ausgeschlossen werden, heisst es in einer Medienmitteilung der Luftseilbahn Jakobsbad-Kronberg AG.

Trotzdem ist es vielen Besuchern mulmig zu Mute. «Man überlegt sich schon zweimal, ob man wirklich auf die Bahn gehen möchte», sagt eine 24-jährige Studentin aus dem Appenzellerland. Sie selbst habe ein ungutes Gefühl dabei. «Ich würde mich schlecht fühlen, so kurz nach dem Unfall an der gleichen Stelle Spass zu haben.» Ein seltsames Gefühl haben auch Denise Oertig (25) und ihre Freundinnen aus St. Gallen: «Wir sind zwar trotzdem auf die Rodelbahn – daran denken mussten wir aber die ganze Fahrt.»Man wolle wissen, wo der Unfall passierte, und gleichzeitig hoffe man, dass an der Unfallstelle nichts mehr zu sehen sei. Das Unglück sei wahrscheinlich auch der Grund für die wenigen Besucher. «Normalerweise hat es viel mehr Leute», so Oertig.

Mehr als 45 km/ nicht möglich

Der Familienvater Sandro D'Isep sieht es etwas gelassener. Seine Kinder dürften nach wie vor auf die Rodelbahn. Die Bahn würde es seit Jahren geben – etwas Vergleichbares sei noch nie passiert. «Ich höre ja auch nicht auf, Auto zu fahren, nur weil Unfälle passieren.» Und: «Solange man sich an die Vorschriften hält, ist es völlig ungefährlich.» Seine Frau gibt ihm nur teilweise recht und gesteht: «Also wenn ich mir vorstelle, dass hier gestern jemand gestorben ist, bildet sich bei mir schon ein kleiner Kloss im Hals.»

Dass es weniger Leute hat als gewöhnlich, bestätigt auch der Geschäftsleiter und technische Leiter Roland Streule. Der Unfall habe also ganz klar Auswirkungen auf das Tagesgeschäft. Wie es zu diesem tragischen Unfall kommen konnte, kann er sich nicht erklären: «Der Bob war einwandfrei.» Zu schnell war der Mann nicht unterwegs, denn die Schlitten hätten eine automatische Bremse eingebaut. «Schneller als 45 Stundenkilometer kann der Bob gar nicht fahren.» Und: Vor jeder Fahrt werde jede Person kontrolliert, betont Streule. «Wenn er nicht angegurtet ist, darf er nicht auf die Bahn. Beim Start war die verunfallte Person angegurtet.»

Was nachher geschehen sei, könne momentan noch nicht nachvollzogen werden. Das Einzige, was klar sei ist: «Der Mann wurde aus dem Bob geschleudert – der Schlitten blieb in der Bahn.»

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