Doktor Sex - «Nach dem Weihnachtsessen sind wir im Bett gelandet!»
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Doktor Sex«Nach dem Weihnachtsessen sind wir im Bett gelandet!»

Emily hat ziemlich betrunken bei einem Arbeitskollegen übernachtet. Seither fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Soll sie ihm sagen, dass sie verliebt ist?

von
Bruno Wermuth
Emily hat mit ihrem Arbeitskollegen geschlafen und jetzt Gefühle für ihn. Soll sie ihm diese Gefühle offenbaren? (Symbolbild)

Emily hat mit ihrem Arbeitskollegen geschlafen und jetzt Gefühle für ihn. Soll sie ihm diese Gefühle offenbaren? (Symbolbild)

Unsplash / Roberto Nickson

Frage von Emily (33) an Doktor Sex

Ich (33) arbeite mit einem Mann zusammen, den ich schon seit meiner Lehre kenne. Damals haben wir uns einmal geküsst. Wir verstehen uns super und manchmal gehen wir am Feierabend auch zusammen etwas trinken.

Nach dem Weihnachtsessen im Büro gingen wir noch zu ihm und weil ich ziemlich viel Alkohol intus hatte, durfte ich in seinem Bett schlafen. Wir hielten uns einfach im Arm und genossen die Nähe. Sonst war nichts.

Am Morgen haben wir dann darüber geredet und beschlossen, dass so etwas nicht mehr passieren soll, da wir uns beim nächsten Mal möglicherweise nicht mehr zurückhalten und Dinge tun würden, die wir gar nicht wollten.

Trotzdem fühle ich mich seither sehr zu ihm hingezogen und glaube, ich bin auch ein bisschen verliebt. Soll ich ihm dies sagen oder besser einfach schweigen?

Antwort von Doktor Sex

Liebe Emily,

du bist nicht die Erste und wirst auch nicht die Letzte sein, die nach einem feuchtfröhlichen Anlass mit Arbeitskolleg*innen am Schluss mit jemandem im Bett landet und am Morgen danach etwas ernüchtert aufwacht.

Wie man aus Studien weiss, hat der Arbeitsplatz eine besondere Bedeutung, wenn es um das Anbandeln von Beziehungen und Affären geht. Kein Wunder, trifft man sich doch fast täglich und teilt mit den Menschen, denen man dort begegnet, auch private Freuden und Sorgen.

Dass es auch in diesem Setting nicht immer passt und die eine Person sich angezogen fühlt, während die andere keine Resonanz verspürt, ist naheliegend. Es macht daher auch hier Sinn, zu klären, ob und wie intensiv es beim Gegenüber knistert, bevor man sich auf Handlungen einlässt, die man im Nachhinein bereuen könnte.
Dass dies nicht immer möglich ist, muss ich nicht erwähnen – erst recht nicht, wenn Alkohol und andere Drogen im Spiel sind. Solange niemand zu Schaden kommt und alle Beteiligten sich danach noch in die Augen schauen können, ist auch das okay.

Ich denke, es macht Sinn, mit dem Mann über deine Bedürfnisse und Gefühle zu sprechen. Findet heraus, was ihr meint mit den «Dingen, die ihr gar nicht wolltet». Fragt euch auch, an welchen Regeln ihr euch orientiert und stellt diese doch einfach mal kritisch infrage.

Ich kann mir gut vorstellen, dass in eurer Begegnung mehr Potential schlummert, als eure Schüchternheit und euer vielleicht etwas rigides Denken für möglich halten. Alles Gute!

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Bild: Gian Losinger

Bild: Gian Losinger

Bruno Wermuth führt in eigener Praxis in Bern und Zürich Paarberatung und Sexualberatung durch. Als «Doktor Sex» beantwortet er einmal wöchentlich eine Frage zu den Themen Beziehung, Liebe und Sexualität. www.brunowermuth.ch

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