Aktion in Kenia: Nach den Anschlägen das Lächeln
Aktualisiert

Aktion in KeniaNach den Anschlägen das Lächeln

Nairobi ist ein hartes Pflaster. Vor zwei Wochen versetzten Handgranatenanschläge die Metropole in Angst und Schrecken. Jetzt lachen die Pendler. Dank einem Amerikaner.

von
Tom Odula
AP

Erst vor zwei Wochen brachten zwei Handgranatenanschläge Trauer über die kenianische Hauptstadt Nairobi. Ein Mensch wurde getötet, zwölf weitere wurden schwer verletzt. Zu dem Anschlag bekannte sich die militante Islamistengruppe Al Schahab. Die Gruppe drohte mit weiteren Attacken, sodass die USA ihre Staatsbürger in dem Land aufriefen, potenzielle Anschlagsziele wie Einkaufszentren zu meiden.

An diesem Montag aber hatten die Kenianer am Ort des Anschlags Grund zum Lächeln: Der Künstler Yazmani Arboleda aus New York verteilte zusammen mit Dutzenden Kollegen an einer Bushaltestelle Tausende Luftballons. Die Aktion ist Arboledas dritte dieser Art unter dem Motto «Monday Morning» («Montagmorgen»).

Indien, Japan, Kenia

Arboleda hatte bereits orangefarbene Ballons im indischen Bangalore und grüne im japanischen Yamaguchi unter das Volk gebracht und Pendler zum Lächeln animiert. Vor dem Hintergrund der Terroranschläge von Nairobi bekomme die Aktion nun aber eine besondere Bedeutung, sagte der Künstler: «Ich denke, der schrecklichen Kraft der Angst sollte etwas Schönes und Buntes entgegengesetzt werden. Etwas, das die Herzen der Menschen anspricht. Ich finde, darum geht es in der Kunst.»

Der Busfahrer Ecklund Mwandoe sagte, er habe einen Ballon an den Rückspiegel seines Busses gebunden, um ein Zeichen gegen die Anschläge zu setzen. Es gebe keinen Grund zu kämpfen, sagte er. Auch die Ernährungsberaterin Miriam Muthoni freute sich über das unerwartete Geschenk. «Ich habe das Gefühl, dass mir (der Ballon) Kraft für die Arbeit gegeben hat», sagte die 30-Jährige.

«Den Montagmorgen ändern»

Die Idee hinter der Aktion sei es, das Verhältnis zwischen Leben und Arbeit zu untersuchen, erklärte Arboleda.

«Wir feiern mit Luftballons glückliche Zeiten in unserem Leben wie Jahrestage, Geburtstage», sagte der Künstler. «Hier geht es jetzt darum, einen Ballon zu nehmen und ihn in diesen schwachen Moment einzufügen..., um unsere Gedanken über Montagmorgen zu ändern.»

Deine Meinung