Pirmin Breu mischt mit seiner Street Art die thailändischen Royals auf
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Street Artist Pirmin Breu«Nach den ersten Reisen merkte ich, was für ein Bünzli-Schweizer ich war»

Die Liebe führte ihn nach Mexiko, in Thailand traf er Royals und in Ghana die nettesten Menschen überhaupt: Im «Fernweh»-Podcast berichtet der Künstler von seinen bewegendsten Reisen.

von
Melanie Biedermann
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Pirmin Breu ist seit den 90er-Jahren als Street-Art-Künstler aktiv.

Pirmin Breu ist seit den 90er-Jahren als Street-Art-Künstler aktiv.

privat
Zu seinen ersten Reisen gehörten die USA und Mexiko. Das Grenzgebiet wurde für Breu später zur Leinwand.

Zu seinen ersten Reisen gehörten die USA und Mexiko. Das Grenzgebiet wurde für Breu später zur Leinwand.

privat
20-Minuten-Radio-Moderatorin und «Fernweh»-Podcast-Host Andrea lud den Weltenbummler zu sich ins Studio, um ihm Reise-Anekdoten und Lebenslehren zu entlocken.  

20-Minuten-Radio-Moderatorin und «Fernweh»-Podcast-Host Andrea lud den Weltenbummler zu sich ins Studio, um ihm Reise-Anekdoten und Lebenslehren zu entlocken.  

Ella Mettler

Darum gehts

Der Aha-Moment in den USA

«Früher reiste ich vor allem dorthin, wo man mich verstanden hat. Irgendwann merkte ich, dass man Fremdsprachen können sollte»: Diese Erkenntnis führte Primin Breu auf seine erste grosse Reise in die USA. Mit dem Containerschiff setzte er von Bremerhaven nach Miami aus und von dort ging es weiter mit dem Bus quer durchs Land nach San Diego.

Ohne Englischkenntnisse startete er in einem Community College unter vorwiegend mexikanischen Einwanderern einen Kurs. Er blieb ein Jahr, versuchte sich mit seiner Kunst und knüpfte Freundschaften, die teils bis heute halten.  Zurück in der Schweiz erlebte Breu einen Kulturschock: «Ich hatte so viel gesehen. Da merkte ich, was für ein Bünzli-Schweizer ich bisher war.» So kehrte er im Jahr 2010 in die USA zurück, um eine Grenzwand zu bemalen.

Viele Lieben in Mexiko

«Ich war von der mexikanischen Kultur und der Geschichte des Landes sehr begeistert», erinnert sich der Künstler. In San Diego lernte er schliesslich eine Frau aus Mexiko City kennen. «Wir verliebten uns», erzählt Breu. «Da war für mich klar: ich gehe zu ihr.» Ein weiterer Grund für den Umzug nach Mexiko: Seine Kunst passte gut in die farbenfrohe Welt.

Im Februar diesen Jahres kehrte Pirmin Breu nach Mexiko zurück – und zeigte dort wieder seine Kunst. 

Im Februar diesen Jahres kehrte Pirmin Breu nach Mexiko zurück – und zeigte dort wieder seine Kunst. 

privat

Im Land habe er zudem einen neuen Umgang mit dem Tod kennengelernt. «Ich fand es sehr befreiend, wie offen und positiv sich die Menschen in Mexiko mit dem Tod auseinandersetzen. Man geht dort viel eher aufeinander zu, wenn etwas passiert. Dadurch macht man sich das Leben oft einfacher», sagt Breu.

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Thailand mit den Royals

«Ich war nach dem Tsunami in Krabi, um das Ereignis in meiner Kunst aufzugreifen», erklärt Breu. Weil er sich als Schweizer Künstler mit Thailand auseinandersetzte, lud die Schweizer Botschaft ihn ein, Teil der Ausstellung zum 80-Jahr-Jubiläum der Schweizerisch-Thailändischen Beziehung zu werden. «Das war ganz verrückt: Die Tochter des Königs war bei der Ausstellungseröffnung und sie begann mit mir über meine Bilder zu reden», erinnert sich Breu.

Eine Ausstellung zu Pirmin Breus Reisen und Kunst in und um Thailand (im Bild ist er mit Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn zu sehen) ist bis 8. Mai in der Grey Gallery in Zürich zu sehen. 

Eine Ausstellung zu Pirmin Breus Reisen und Kunst in und um Thailand (im Bild ist er mit Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn zu sehen) ist bis 8. Mai in der Grey Gallery in Zürich zu sehen. 

privat

Daraufhin wurde der Aargauer zu einer Einzelausstellung nach Thailand geladen. «Das war extrem spannend, aber auch heftig. Weil ich mich in der High Society bewegte, wurde mir eine Knigge-Trainerin zur Verfügung gestellt.» In diesem Kontext sei enorm viel Zurückhaltung gefragt –in Sachen Höflichkeit oft gegen Schweizerische Intuition. 

Ghana für die Zukunft

«Afrika fand ich immer schon extrem spannend», sagt der Künstler weiter. Nach Ghana ging er wiederum, um einer Einladung zu folgen. Anschliessend bewarb er sich auf ein Stipendium im Norden des Landes, informiert habe er sich im Voraus jedoch kaum – ein Fehler, wie sich zeigte.

«Es war nicht einfach, sauberes Trinkwasser zu finden», erinnert er sich. Essen generell, und auch Krankheiten wie Malaria stellten ein Problem dar: er habe es verschlafen, sich vorzubereiten und entsprechend mehr als nötig gelitten. «Das hat sich aber etwas aufgelöst, weil ich noch nie vorher in einem Land so offenherzige Leute kennengelernt hatte», sagt Breu.

In künftigen Ausstellungen wolle er etwas vom Leben in Ghana zeigen, auch um zu einer differenzierteren Wahrnehmung des afrikanischen Kontinents beizutragen. 

Weitere Anekdoten aus Pirmin Breus Reisen und eine Überraschende aus der Schweiz hörst du direkt hier unten. Für mehr «Fernweh»-Geschichten und Inspiration gehts hier lang!

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