Aktualisiert 17.01.2011 17:40

WaffenschutzinitiativeNach den Gewehren die Messer

Politikerinnen aus SVP und SP wollen Messer im Ausgang verbieten. Viele Jugendliche seien bewaffnet und 40 Prozent der Mörder setzten Stichwaffen ein.

von
rub

Ein generelles Messer-Verbot ausser Haus sei ein wirksames Mittel gegen Gewalt im öffentlichen Raum, sagen die Nationalrätinnen Andrea Geissbühler (SVP) und Chantal Galladé (SP) in der Zeitung «Der Sonntag». Heute sind nur mit einer Hand bedienbare Stellmesser und Butterfly-Messer verboten. Damit löst die Waffeninitiative bereits den nächsten Vorstoss aus.

Armeewaffen seien für Polizisten kein Problem – im Gegensatz zum Messer. «Sehr viele Jugendliche tragen im Ausgang Messer mit sich herum», sagt SVP-Nationalrätin und Polizistin Andrea Geissbühler im Streitgespräch mit dem «Sonntag» zur Waffenschutzinitiative. Der Grund: «Man müsse sich im Ausgang verteidigen können», sagten ihr die angehaltenen Jugendlichen.

Geissbühlers Fazit: «Wir sollten die Gesetzgebung zu den Messern weiter verschärfen. Ausserhalb des Hauses dürften Menschen keine Messer auf sich tragen. Mit Ausnahme von Sackmessern.» Sie suche derzeit Zahlen zusammen, um einen umsetzbaren Vorstoss zu machen.

Die SVP-Politikerin erhält spontan Unterstützung von ihrer Kontrahentin bei der Waffenschutzinitiative, von SP-Nationalrätin Chantal Galladé: «Falls Sie das Gesetz verschärfen wollen: Ich bin sofort dabei.» Messer hätten auf der Strasse nichts verloren.

40 Prozent der Mörder setzen aufs Messer

Heute sind nur mit einer Hand bedienbare Stellmesser und Butterfly-Messer verboten. Polizistin Geissbühler begründet das Messer-Verbot mit Beobachtungen aus ihrem Berufsalltag: «Ich kenne die Situation in der Stadt Bern: In der Neuengasse und in der Aarbergergasse müssen wir am Freitag- und am Samstagabend die ganze Nacht hindurch einen Patroullienwagen stationieren, sonst haben wir dort Schlägereien und Messerstechereien.»

In der Regel seien es Ausländer, Türken und Personen aus Ex-Jugoslawien. «Die sind sehr dünnhäutig. Ein kleiner Stupser wird als Angriff empfunden», sagt Geissbühler.

Die Kriminalstatistik des Bundesamtes für Polizei zeigt: Rund 5 Prozent der Körperverletzungen erfolgen durch «Hieb- und Stichwaffen». Messer spielen bei 13 Prozent der Raubüberfälle und rund 40 Prozent der vorsätzlichen Tötungsdelikte eine Rolle.

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