Aktualisiert 15.04.2019 10:07

Mann totgeprügelt

Nach der Bluttat feierten sie unbeirrt weiter

Nachdem zwei junge Männer im vergangenen Sommer einen 41-jährigen Portugiesen zu Tode geprügelt hatten, gingen sie weiter in den Ausgang. Am Dienstag beginnt in Basel der Prozess.

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Der 41-jährige D.M.* wurde Ende Juli 2018 am Kleinbasler Rheinufer zu Tode geprügelt – mutmasslich wegen eines Handys.

Der 41-jährige D.M.* wurde Ende Juli 2018 am Kleinbasler Rheinufer zu Tode geprügelt – mutmasslich wegen eines Handys.

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Der 28-jährige Slowene M.N.* gilt als Haupttäter. Ihm war vor der Tat das Smartphone abhanden gekommen, worauf er den Portugiesen verdächtigte und zuschlug.

Der 28-jährige Slowene M.N.* gilt als Haupttäter. Ihm war vor der Tat das Smartphone abhanden gekommen, worauf er den Portugiesen verdächtigte und zuschlug.

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Der Tatort: Die Rheinberme bei der Kaserne am Kleinbasler Rheinufer. M.N. soll sein Opfer in die Höhe gehoben und eine der grossen Treppenstufen hinunter geworfen haben.

Der Tatort: Die Rheinberme bei der Kaserne am Kleinbasler Rheinufer. M.N. soll sein Opfer in die Höhe gehoben und eine der grossen Treppenstufen hinunter geworfen haben.

20 Minuten/lha

Bei einem brutalen Angriff wurde vergangenen Sommer ein 41-jähriger Portugiese von zwei Männern am Basler Rheinbord zusammengeschlagen. Kurze Zeit später erlag er seinen schweren Verletzungen im Unispital.

Am Dienstag, 16. April müssen sich der 29-jähriger Slowene M.N.* und der 19-jährige Spanier J.L.* wegen der Bluttat vor dem Basler Strafgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vorsätzliche Tötung vor. Den beiden Männern droht im Falle einer Verurteilung neben einer langjährigen Freiheitsstrafe ein Landesverweis.

Einfach weitergefeiert

Der Portugiese musste sterben, weil N. ihn beschuldigte, ihm das Handy geklaut zu haben. So steht es in der Anklageschrift. Ebenfalls detailliert werden die Verletzungen aufgeführt, die dem Portugiesen zugefügt wurden, und die schliesslich zu seinem Tod führten: ausgeschlagene Zähne, Riss-Quetsch-Wunden an Gesicht und Kopf sowie ein stumpfes Schädel-Hirn-Trauma, dem der 41-Jährige am Ende erlag.

Die Staatsanwaltschaft beschreibt auch das Verhalten der beiden Beschuldigten nach der Tat. N. habe sich von seiner «rücksichtlosen, brutalen und komplett sinnlosen Attacke nicht beirren» lassen. Stattdessen sei er zu seinen Kollegen unweit des Tatorts zurückgekehrt und habe weiter mit ihnen Alkohol konsumiert.

Auch L. sei zunächst am Ort des Verbrechens geblieben und habe sich erst dann aus dem Staub gemacht, als er erfuhr, dass jemand die Polizei verständigt hatte. «Er liess sich ebenfalls von seiner brutalen Tat nicht aus dem Konzept bringen», schreibt die Staatsanwaltschaft weiter. Bis zu seiner Verhaftung in den frühen Morgenstunden habe er sich mit Freunden in der Stadt aufgehalten.

Ist der Slowene überhaupt schuldfähig?

Gegenüber dem «Blick» sagt die Schwester von N., dass er unter einer «schwerwiegenden Grunderkrankung» leide und «viele Medikamente» nehmen müsse.

«Er war noch nie in seinem Leben gewalttätig. Das passt nicht zu seinem Wesen», wird die Frau in der Zeitung zitiert. Der Zwischenfall am Rheinbord, den sie nicht bestreitet, soll das Resultat einer schwerwiegenden Nebenwirkung der Medikamente gewesen sein.

Die Verteidigung von N. könnte also auf Schuldunfähigkeit plädieren. Sollte das Gericht derselben Ansicht sein, würde das einen Freispruch nach sich ziehen. Ob die Fünferkammer in dem Fall weitere Massnahmen verhängt, wird sich zeigen. Dem Spanier können nach gegenwärtigem Wissensstand keine schuldmindernden Umstände zugute gehalten werden.

Die Hauptverhandlung beginnt am Dienstag, 16. April vor der Fünferkammer des Strafgerichts Basel-Stadt und ist für zweieinhalb Tage angesetzt.

*Namen der Redaktion bekannt

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