Aktualisiert 30.05.2012 08:01

Admir Mehmedi

«Nach der Gala kommt die Knochenarbeit»

Nach dem historischen Sieg gegen Deutschland steht für die Schweizer Nati die grosse Bewährungsprobe an. Gegen Rumänien geht es nicht darum zu glänzen, sondern zu siegen.

von
Eva Tedesco

Die Schweizer Nati hat den grossartigen 5:3-Sieg gegen Deutschland in vollen Zügen ausgekostet. «Wir haben gleich nach dem Match in Basel frei bekommen und haben uns erst am Montagnachmittag wieder getroffen», sagt Admir Mehmedi. «Aber wir haben die Euphorie bei den Leuten und auch bei uns in der Mannschaft gespürt und spüren sie noch. Der grosse Nachbar hat uns immer aufgezeigt, wie man spielt. Wenn man ihn dann nach 56 Jahren schlägt, ist das schon ein grosses Erlebnis.»

Trotz allem möchte Mehmedi die Euphorie dann doch etwas bremsen: «Die Stimmung ist super, aber wir wissen auch, dass wir im letzten Spiel vor der Sommerpause gefordert sind. Die Mannschaft hat sich vorgenommen die beiden Testspiele zu gewinnen. Einen Sieg haben wir geschafft, jetzt gilt es im zweiten Spiel die Leistung zu bestätigen», so der Stürmer von Dynamo Kiew. «Gegen Rumänien sind wir nicht mehr der Aussenseiter, sondern der Favorit und gezwungen, das Spiel zu machen. Das wird ungleich schwerer, aber wir haben eine gute Mannschaft und ich bin überzeugt, dass es zu einem guten Ende kommt.»

Mehr als ein Befreiungsschlag?

Zumindest vorübergehend kann Nati-Coach Ottmar Hitzfeld in der kurzen Testspielreihe die Frage nach dem Zusammenwachsen der jungen Mannschaft mit einer positiven Antwort bestätigen. Denn seine Mannen haben es für einmal nicht nur verstanden in der Offensive (Derdiyok, Barnetta, Mehmedi) Akzente zu setzen, sondern haben Effizienz und Kaltblütigkeit gezeigt. Lange hat das Mittelfeld nicht mehr so viel Ballsicherheit und Kreativität demonstriert.

Captain Gökhan Inler war der souveräne Patron, den die Nati braucht. Als geschickter Pass- und Impulsgeber glänzte der junge Granit Xhaka hinter der einzigen Sturmspitze Derdiyok. Und es war eine Freude zuzusehen, wie die Schweizer auf den Aussenbahnen – Ziegler/Barnetta links und Lichtsteiner/Mehmedi rechts – den EM-Teilnehmer überrollten.

Gut für die Moral

Für Mehmedi ist es normal, dass sich die Mannschaft nach den Rücktritten von Routiniers wie Frei und Streller und dem Umbau erst finden musste. «Die Spieler sind jung und hungrig, aber es war klar, dass wir Zeit gebraucht haben. Auch nach dem Sieg gegen Deutschland ist nicht alles perfekt, aber er beweist, dass wir auf dem richtigen Weg sind», sagt der 21-jährige Ex-FCZ-Spieler. «Das positive Resultat hat aber allen gut getan.» Wie gut, wird sich am Mittwochabend zeigen.

Denn die Qualität der Schweizer wird sich in den Partien gegen vermeintlich kleinere Gegner erst zeigen müssen, wie die verpasste EM-Qualifikation (0:2 in Wales, 0:1 gegen Montenegro) schmerzlich in Erinnerung ruft. In der WM-Qualifikation heissen diese Kontrahenten Zypern, Albanien, Island und Slowenien. Slowenien (7. September) und Albanien (11. September in Luzern) sind auch die ersten Gegner auf dem langen Weg zur WM 2014.

Schweizer Bilanz gegen Rumänien Beim grandiosen 4:1-Erfolg an der WM 1994 in den USA waren sich die Schweiz und Rumänien letztmals begegnet. Heute in Luzern treffen sie zum zwölften Mal aufeinander.

Schweizer Bilanz gegen Rumänien Beim grandiosen 4:1-Erfolg an der WM 1994 in den USA waren sich die Schweiz und Rumänien letztmals begegnet. Heute in Luzern treffen sie zum zwölften Mal aufeinander.

Die Schweizer Bilanz gegen Rumänien ist ausgeglichen. Vier Siegen stehen drei Unentschieden und vier Niederlagen gegenüber. In Erinnerung geblieben ist neben dem herausragenden 4:1 in Detroit auch die 0:1-Niederlage am 13. November 1991 in Bukarest, mit der das Team von Ulli Stielike seine letzte Qualifikations-Chance für die EM-Endrunde 1992 in Schweden verspielte. Auch in Luzern traf die Schweiz bereits einmal auf Rumänien und gewann am 3. April 1990 mit 2:1. (si)

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