Diemtigtal: Nach der Katastrophe boomen Lawinenkurse
Aktualisiert

DiemtigtalNach der Katastrophe boomen Lawinenkurse

Lawinenkurse sind im Berner Oberland derzeit heiss begehrt. Vermutlicher Grund für den Teilnehmeranstieg ist die Diemtigtal-Tragödie.

von
Bigna Silberschmidt

«Seit dem Unglück im Diemtigtal sind unsere Lawinenkurse noch besser gebucht», sagt Bergführer Ueli Mosimann vom SAC Bern. Wegen der gros­sen Nachfrage musste er den Kurs vom letzten Wochenende von 20 auf 30 Teilnehmerplätze ausweiten. «Wir sind froh über das Interesse der Leute und wollen deshalb niemandem absagen», so Mosimann.

Grösseren Respekt vor den weissen Massen spürt man auch in Grindelwald: «Das Bewusstsein der Leute wurde durch die Tragödie gestärkt», sagt Johann Kaufmann von Grindelwald Sports. Dieses drückt sich dort ebenfalls in vollen Grundkursen zum Umgang mit Schaufel und Lawinensuchgerät aus. Für Mediensprecher Daniel Menna von der Beratungsstelle für Unfallverhütung BFU ist dies eine traurige Tatsache: «So tragisch es ist: Keine Präventionskampagne ist so wirkungsvoll wie ein richtig schlimmer Unfall.»

Sensibilisierungsarbeit für die Gefahren abseits der Piste muss laut Heidi Schwaiger vom SAC vor allem bei Jugendlichen geleistet werden. «Viele kurven kopflos gefährliche Hänge hinunter.» Für angefressene Ski- und Snowboardcracks bis 24 Jahre gibts deshalb am 30./31. Januar ein Freerider-Camp auf der Schwarzwaldalp, wo wichtige Verhaltensregeln beim Spass im Pulver gelehrt werden. Interessierte aufgepasst: Es gibt noch wenige freie Plätze. www.sac.ch

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