Biel: Nach Disco-Besuch mehrfach vergewaltigt
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BielNach Disco-Besuch mehrfach vergewaltigt

Drei junge Männer aus Sri Lanka hatten in Biel eine 22-Jährige nach einem Disco-Besuch ins Auto gezerrt und in einem Wald mehrfach vergewaltigt. Nun sind sie verurteilt worden.

Wegen Freiheitsberaubung und Entführung, Vergewaltigung und sexueller Nötigung hat das Kreisgericht Biel-Nidau am Montag drei aus Sri Lanka stammende junge Männer zu Freiheitsstrafen von acht, sechs und drei Jahren verurteilt.

Die drei Angeklagten hatten zusammen mit zwei Minderjährigen eine 22-jährige Frau, die sie zuvor bei einem Disco-Besuch gesehen hatten, von der Strasse weg ins Auto gezerrt und in einem Wald dreifach vergewaltigt. Die Tat ereignete sich am frühen Morgen des 5. Oktober 2008.

Ein Beteiligter erzählte, die junge Frau habe sexy getanzt. Da habe der Haupttäter, ein eingebürgerter Schweizer, sie unbedingt haben wollen. Er habe ihr angeboten, sie zum Bahnhof zu fahren. Als das Auto einen anderen Weg einschlug und sie betatscht wurde, schrie die Frau und schlug um sich, bis sie aussteigen durfte.

Opfer glaubte zu ersticken

Danach suchten die jungen Männer nach ihr, bis sie sie wieder entdeckten. Sie folgten ihr während der Busfahrt nach Hause und schleiften sie anschliessend ins Auto. Um ihre Schreie zu unterdrücken, hielten sie ihr den Mund zu. Dabei wurde teilweise auch die Nase blockiert, so dass das Opfer zu ersticken glaubte. Gegen die erste Vergewaltigung wehrte sich die Frau nach Kräften. Doch sie wurde von zwei weiteren Tätern festgehalten.

In der Urteilsbegründung bezeichnete Gerichtspräsident Christoph Horisberger das Vorgehen als perfid, brutal und gefühlskalt. Die Angeschuldigten hätten die Frau zum Objekt degradiert und ihr jede Würde genommen. Wegen der grausamen Behandlung des Opfers gelten Freiheitsberaubung und Entführung als unter erschwerenden Umständen begangen, Vergewaltigung und sexuelle Nötigung als qualifiziert.

Höchste Strafe für den Initianten

Die höchste Strafe erhielt der heute 24-jährige Initiant. Ein 20-Jähriger, der nicht in die Frau eingedrungen war, aber als Mittäter eingestuft wurde, muss nur einen Drittel der 36-monatigen Freiheitsstrafe absitzen - der Rest wird ihm bedingt erlassen, bei einer Probezeit von drei Jahren. Ihm hat das Gericht eine psychotherapeutische Behandlung auferlegt, da er gemäss Gutachten eine unsichere und unreife Persönlichkeit hat.

Das Opfer erlitt einen Schock und musste sich in psychiatrische Behandlung begeben. Die Verurteilten haben der jungen Frau 40 000 Franken Genugtuung, 20 000 Franken Erwerbsausfall sowie die Parteikosten als Privatklägerin zu bezahlen.

(sda)

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