«Die Höhle der Löwen»: Nach Drehschluss sind weitere Deals geplatzt
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«Die Höhle der Löwen»Nach Drehschluss sind weitere Deals geplatzt

Immer wieder gibt es für Deals, die in der Gründershow «Die Höhle der Löwen Schweiz» versprochen wurden, kein Happy-End. Die Sendungsmacher erklären.

von
kao
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Mitte Mai startete die international erfolgreiche Gründershow «Die Höhle der Löwen» auch in der Schweiz. Dabei versuchen motivierte Jungunternehmer die fünf Löwen von ihrer Idee zu überzeugen und Investmentkapital zu generieren. Ein Start-up, das bereits in der ersten Folge drei Investoren begeistern konnte, war die Online-Schreinerei Ecoleo. Jürg Marquard, Roland Brack und Tobias Reichmuth wollten zusammen für 24 Prozent ...

Mitte Mai startete die international erfolgreiche Gründershow «Die Höhle der Löwen» auch in der Schweiz. Dabei versuchen motivierte Jungunternehmer die fünf Löwen von ihrer Idee zu überzeugen und Investmentkapital zu generieren. Ein Start-up, das bereits in der ersten Folge drei Investoren begeistern konnte, war die Online-Schreinerei Ecoleo. Jürg Marquard, Roland Brack und Tobias Reichmuth wollten zusammen für 24 Prozent ...

... Anteil 200'000 Franken investieren – doch nach der Sendung stieg letzterer Löwe aus. «Bezüglich der künftigen Unternehmensstruktur von Ecoleo hatten wir unterschiedliche Vorstellungen. Tobias und wir wollten den eigenen Grundsätzen treu bleiben», sagte CEO Markus Fust gegenüber Hallowil.ch. Das bedeutet, dass sowohl von der Summe als auch der Beteilung je ein Drittel wegfällt. Und damit ist Ecoleo nicht das einzige Unternehmen, bei dem ein eigentlich ausgemachter Deal ...

... Anteil 200'000 Franken investieren – doch nach der Sendung stieg letzterer Löwe aus. «Bezüglich der künftigen Unternehmensstruktur von Ecoleo hatten wir unterschiedliche Vorstellungen. Tobias und wir wollten den eigenen Grundsätzen treu bleiben», sagte CEO Markus Fust gegenüber Hallowil.ch. Das bedeutet, dass sowohl von der Summe als auch der Beteilung je ein Drittel wegfällt. Und damit ist Ecoleo nicht das einzige Unternehmen, bei dem ein eigentlich ausgemachter Deal ...

TV 24
... nach der Sendung scheitert. Auch bei der Firma Hundespielzeug von Martin Sailer, der sich ebenfalls in der ersten Folge vor die Löwen traute, kam schlussendlich kein Investment zustande. Für 150'000 Franken hat Sailer das Unternehmen an Tobias Reichmuth und Roland Brack verkauft. «Mit dem konnte ich gut leben. Ich hätte ja dafür lebenslang 10 Prozent der Produktionskosten jedes verkauften Spiels erhalten», so Sailer gegenüber ...

... nach der Sendung scheitert. Auch bei der Firma Hundespielzeug von Martin Sailer, der sich ebenfalls in der ersten Folge vor die Löwen traute, kam schlussendlich kein Investment zustande. Für 150'000 Franken hat Sailer das Unternehmen an Tobias Reichmuth und Roland Brack verkauft. «Mit dem konnte ich gut leben. Ich hätte ja dafür lebenslang 10 Prozent der Produktionskosten jedes verkauften Spiels erhalten», so Sailer gegenüber ...

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Vor den TV24-Kameras pitchten sich schon einige Start-ups mit ihrer Idee erfolgreich zum wichtigen Investmentkapital. Und gingen eine Zusammenarbeit mit einer oder mehrerer der fünf Unternehmer ein. Hinter den Kulissen von «Die Höhle der Löwen Schweiz» platzt der Traum vom erfolgreichen Launch aber dann doch noch.

Seit der ersten Folge, die Mitte Mai über den Bildschirm flimmerte, scheiterten bisher drei der acht eingegangenen Deals in der Due Diligence-Phase. «Im internationalen Vergleich ist das eine erfreulich tiefe Quote», sagt Roger Elsener (41), Geschäftsführer TV, Radio & Filmvertrieb und Mitglied der Unternehmensleitung CH Media. Jüngstes Beispiel: Tanja Schenker, Gründerin des veganen Taschen-Lables Happy Genie.

Kein Deal mit Taschen- und Kaffee-Start-ups

Die beiden Löwen Jürg Marquard (73) sowie Bettina Hein (44) waren in der vierten Episode interessiert und einigten sich auf einen Firmenanteil von 25 Prozent für 200'000 Franken Kapital. Die geplanten Investition kam schlussendlich aber doch nicht zustande.

Und auch der Deal vom Unternehmen Mastercoldbrewer, die in der zweiten Folge ihren Cold-Brew-Kaffee vorstellten, platzte nach der Aufzeichnung. Insgesamt 750'000 Franken für 12,5 Prozent Firmenanteile sprachen die fünf Investoren Tobias Reichmuth (40), Roland Brack (46), Jürg Marquard, Bettina Hein und Anja Graf (42) dem St. Galler Start-up zu.

Vertiefte Prüfung ist wichtig

«Im Anschluss sind Gründe aufgetaucht, die gegen eine Zusammenarbeit sprechen», sagt CEO Roland Laux zu Startupticker.ch, «das ist legitim und kommt auch bei Finanzierungsrunden ausserhalb einer TV-Sendung vor.»

Das sieht auch TV-24-Chef Roger Elsener so. «Es ist normal, dass in den Folgegesprächen und bei der Festlegung von weiteren Details Gründe auftauchen können, die gegen eine Zusammenarbeit sprechen.» Dies können etwa Uneinigkeiten bezüglich des Kapitaleinsatzes oder der strategischen Stossrichtung sein. «Es ist wichtig und richtig, dass nach dem Pitch weitere Gespräche und eine vertiefte Prüfung stattfindet.»

Ein geplatzter Deal sei auf lange Sicht aber besser, als einer mit unglücklichen Gründern und Investoren. Der Glaubwürdigkeit der Sendung schade das nicht. «Wir zeigen den Pitch-Prozess von Startups und bieten der vielfältigen Schweizer Gründerszene mit TV24 eine prominente Plattform. Wir nehmen keinen Einfluss auf die Löwinnen und Löwen und deren Deals», so Elsener.

40 Prozent der Deals scheitern bei «Die Höhle der Löwen» Deutschland

Auch bei den deutschen Kollegen scheint es gang und gäbe zu sein, dass die Löwen nach der Aufzeichnung abspringen. So sollen fast 40 Prozent der im TV zustande gekommenen Deals im Nachhinein gescheitert sein, wie Shz.de im Jahr 2018 berichtet.

11,3 Prozent der Start-ups die in der deutschen Ausgabe zu sehen waren, sollen bereits jetzt nicht mehr existieren.

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