Nach dem EM-Aus und keinem Sieg im Jahr 2022 – die Nati muss über die Bücher

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Schweiz scheitertNach EM-Aus und keinem Sieg im Jahr 2022 muss die Nati über die Bücher

Die Schweizerinnen scheiden an der Europameisterschaft in England in der Vorrunde aus. Sie selbst denken positiv und glauben an ihre eigene Stärke. Doch die Nati muss sich verbessern. 

von
Nils Hänggi

Hier hat Coumba Sow die grosse Chance auf das 2:1.

SRF

Darum gehts

  • Die Nati verpasst den EM-Viertelfinal. 

  • Um diesen zu erreichen, hätte die Schweiz einen Sieg gegen die Niederlande benötigt. 

  • Doch das Team von Nils Nielsen verlor nach einem grossem Kampf.

Die Nati hat gekämpft – und wie! Doch am Ende – nach dem 1:4 gegen die Niederlande – blieben die Schweizerinnen fassungslos zurück. Sie wussten: Das Ergebnis fiel viel zu hoch aus. Bis zur 84. Minute stand es 1:1 gegen die amtierenden Europameisterinnen. Die Nati hätte nur ein weiteres Tor gebraucht, um sich das EM-Viertelfinalticket zu schnappen. Doch nach dem 1:2 durch Romée Leuchter zerfiel die Schweiz in ihre Einzelteile.

Das Bittere: Dem zweiten Treffer der Niederländerinnen ging ein Fehler der Schweizer Torhüterin Gaëlle Thalmann voraus. Von der Frau also, die zuvor mit unzähligen Monster-Paraden das Team von Nils Nielsen im Spiel gehalten hatte. Überhaupt kam das 1:2 aus Schweizer Sicht wie aus dem Nichts. Nachdem die Schweizerinnen nach dem fatalen Eigentor von Ana Maria Crnogorcevic so schnell durch Géraldine Reuteler reagieren konnten, zauberten sie regelrecht.

In der 56. Minute beispielsweise: Ramona Bachmann fand in der Mitte Coumba Sow, die erst an der niederländischen Torhüterin Daphne van Domselaar scheiterte und ihren Nachschuss dann an den Pfosten setzte. Es wäre der Treffer zum 2:1 gewesen, das mögliche Tor für das EM-Viertelfinalticket (siehe Video oben)!

Hier zu sehen: Crnogorcevic schiesst die Kugel mit dem Kopf ins eigene Tor. 

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«Unglaublich, dass wir da kein Tor gemacht haben»

Das wusste nach der Partie auch Captain Lia Wälti. «Man muss seine eigenen Chancen nutzen, sonst wird man eiskalt bestraft», sagte sie gegenüber dem SRF. Und: «Wir waren dem 2:1 eigentlich näher als die Niederländerinnen. Wir spielten richtig guten Fussball und spielten uns richtig gute Chancen heraus.» Und Coach Nils Nielsen meinte: «Nach dem Ausgleich haben wir diese zwei grossen Chancen auf das 2:1, da hat uns auch etwas das Glück gefehlt. Unglaublich, dass wir da kein Tor gemacht haben.»

Dass die Chance für den EM-Viertelfinal da war, machte das Scheitern umso bitterer. Ja, die Schweiz hatte die Chance, als erstes europäisches Team in den letzten fünf Jahren einen Sieg gegen die Niederlande einzufahren. Denn wenn Weltklasse-Nationen wie die Niederlande an einem Tag schlagbar gewesen wären, dann wäre es an diesem Sonntagabend gewesen.

Dem war sich auch Nielsen bewusst. «Ich bin aber stolz, dass wir mitspielen konnten. Wir hatten fast dieselben Torchancen, dieselben erfolgreichen Pässe», so der Däne, der zudem hervorhob, dass man an der EM fünf sehr gute Halbzeiten gezeigt habe – und nur eine sehr schlechte gegen Portugal.

Géraldine Reuteler kann es nicht fassen: Am Montag geht es zurück in die Schweiz.

Géraldine Reuteler kann es nicht fassen: Am Montag geht es zurück in die Schweiz.

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Nielsen-Vertrag läuft aus

Dennoch – die Nati muss über die Bücher gehen. Acht Gegentreffer in drei Spielen ist viel zu viel. Dass die Schweiz in neun Spielen 2022 auch noch keinen Sieg schaffte, kann ebenfalls nicht der Anspruch an eine Nation sein, die sich nicht weit hinter den besten Ländern Europas sieht.

Angesprochen darauf, denken die Schweizerinnen sowie Nielsen aber positiv. Der Trainer sagt: «Aus dieser EM können wir Selbstvertrauen tanken.» Und Wälti sagt: «Wir lernen daraus, und wenn wir im nächsten halben Jahr so auftreten, wie in den letzten zwei Spielen, haben wir gute Chancen, an die WM zu fahren.» 

Tatsache ist: Der Vertrag von Nielsen läuft Ende Jahr aus. Er ist der Meinung, dass er der richtige Coach für die mögliche Heim-EM 2025 ist. Nun müssen die Verantwortlichen des Schweizerischen Fussballverbands überlegen, ob sie auch dieser Meinung sind. 

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