Herdern TG : Nach Entscheid von Behörden müssen Schweine weg
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Herdern TG Nach Entscheid von Behörden müssen Schweine weg

Das Thurgauer Amt für Raumentwicklung hat beschlossen, dass die Rundbogenzelte der Auslaufschweinehaltung beim Massnahmenzentrum Kalchrain nicht in die Landschaft passen. Nun wurde eine Petition lanciert.

von
Leo Butie

Hier siehst du die Schweine bei Herdern TG in der Freilandhaltung.

20 Min

Darum gehts

  • Die Freilandschweinehaltung beim Massnahmenzentrum Kalchrain muss beendet werden.

  • Grund dafür sind die Rundbogenzelte, die nicht in die Landschaft passen würden.

  • Das Thurgauer Amt für Raumentwicklung hat dies beschlossen.

  • Der Entscheid stösst auf viel Unverständnis.

  • Eine Petition wurde gestartet und wurde bereits 1500-mal unterschrieben.

Die als vorbildlich gepriesene Freilandschweinehaltung beim kantonalen Massnahmenzentrum Kalchrain in Herdern TG muss aufgegeben werden. Grund dafür ist die fehlende Bewilligung für die Rundbogenzelte, die zur Schweinehaltung dazugehören. In den Zelten finden die Schweine Nahrung und Witterungsschutz. Das kantonale Amt für Raumentwicklung bewillige diese nicht, weil sie «nicht ausreichend in das empfindliche Landschaftsbild» passen würden, berichtet die «Thurgauer Zeitung» (Bezahlartikel). Dieser Entscheid ist in der Bevölkerung auf viel Kritik gestossen.

Politik schaltet sich ein

Nun haben sich auch Politiker in die Debatte eingeschaltet. Der Thurgauer Kantonsrat Peter Dransfeld (Grüne) möchte am Mittwoch einen Vorstoss einreichen. Ziel sei es, Lösungen zu finden, die für alle Parteien gerecht sind. Toni Kappeler, Präsident von Pro Natura Thurgau, hat Vorschläge eingereicht, damit die Schweinehaltung weiterhin möglich bleibt.

Auch beim Tierschutz stösst der Entscheid auf wenig Verständnis. Die Freilandhaltung sei für die Tiere die beste Haltungsform. Nach dem Wechseln der Parzelle könne eine Pflanzenkultur angepflanzt werden, die viele Nährstoffe benötige, was auch ein Vorteil sei. Der Tierschutz kann in diesem Fall selbst nicht eingreifen, da das Verbandsbeschwerderecht den Naturschutzverbänden vorenthalten wird.

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Da die Rundbogenzelte nicht in die Landschaft passen, muss die Freilandhaltung der Schweine beim Massnahmenzentrum Kalchrain bei Herdern TG beendet werden. 

Da die Rundbogenzelte nicht in die Landschaft passen, muss die Freilandhaltung der Schweine beim Massnahmenzentrum Kalchrain bei Herdern TG beendet werden.

Privat
Der Beschluss des kantonalen Amts für Raumentwicklung erntete viel Kritik. 

Der Beschluss des kantonalen Amts für Raumentwicklung erntete viel Kritik.

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Am Samstag wurde eine Petition lanciert. Mittlerweile haben über 1500 Personen die Petition unterschrieben.

Am Samstag wurde eine Petition lanciert. Mittlerweile haben über 1500 Personen die Petition unterschrieben.

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Petition wurde lanciert

Gegen den Beschluss der Behörden wurde am Samstag eine Petition lanciert. Mittlerweile wurde die Petition von über 1500 Personen unterschrieben. Patrick Siegenthaler, der die Petition ins Leben rief, ist beeindruckt von der Resonanz. «Ich finde es sehr eindrücklich, wie schnell es ging», sagt der Bezirkspräsident der CVP Frauenfeld zu 20 Minuten. «Mich stören die Zelte überhaupt nicht. Ich wollte mit der Petition herausfinden, ob ich da alleine mit dieser Einstellung bin.» Wie die Unterschriften zeigen, ist er es nicht.

Neben den Unterschriften wurde die Petition über 700-mal kommentiert. «Ich finde es völlig daneben, dass man wegen eines Zelts, das nicht ins Landschaftsbild passt, die ganze Haltung verbieten will», schreibt eine Frau. «Die Mitarbeiter des entsprechenden Amts haben wohl zu tief ins Glas geschaut, als sie diese Schnapsidee hatten», kommentiert ein anderer.

Anschliessend möchte Siegenthaler die Petition beim Kanton einreichen. «Das Ziel ist, dass die Zelte bleiben können», sagt er. Er hofft, dass man trotz Beschluss eine Alternative finden kann.

Schweinestall brannte im Februar

Im Februar dieses Jahres geriet die Schweinehaltung des Massnahmenzentrums Kalchrain in die Schlagzeilen, als der Stall nachts in Brand geriet und Teile des Stalls zerstört wurden. 160 Schweine verendeten dabei. «Es ist für die Betreuer der Schweine sehr schmerzhaft», sagte damals Hansjörg Lüking, Leiter des Massnahmenzentrums.

Das Video zum Brand des Schweinestalls vom 25. Februar 2020.

20 Min / BRK News

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