Aktualisiert 06.09.2007 22:09

Nach Geiselnahme durch Buddhisten zu Fuss nach Hause

In einem buddhistischen Kloster in Birma haben die Mönche rund 20 Mitglieder der Sicherheitskräfte kurzfristig in Geiselhaft. Nach ihrer Freilassung mussten sie dann zu Fuss nach Hause.

Eine erste Gruppe von fünf Festgehaltenen wurde nach Angaben von Bewohnern der Region nach fünf Stunden aus dem Kloster Aletaik in dem Städtchen Pakokku rund 500 Kilometer nordwestlich von Birmas wichtigster Stadt Rangun entlassen; die übrigen 15 kamen eine Dreiviertelstunde später frei.

Die Sicherheitskräfte hatten sich den Zorn der Mönche zugezogen, indem sie am Mittwoch eine friedliche Solidaritätsdemonstration von rund 300 Robenträgern mit der Bevölkerung gegen den massiven Anstieg der Benzinpreise gewaltsam beendeten.

Die Polizei hatte in die Luft geschossen und mit Bambusstöcken auf die Demonstranten eingeschlagen. Dabei wurden drei Mönche verletzt.

Die Militärjunta des südostasiatischen Landes hatte am 15. August die Treibstoff- und Transportpreise drastisch erhöht.

Die Sicherheitskräfte kamen in das Kloster, um sich für die Gewaltanwendung zu entschuldigen. Die wütenden Mönche zündeten jedoch vier ihrer Fahrzeuge an und nahmen sie als Geiseln.

Nach ihrer Freilassung mussten die Beamten zu Fuss nach Hause gehen, da ihre verbliebenen zwei Fahrzeuge umgeworfen worden waren. Bewohnern zufolge hatten die Mönche die Bevölkerung aufgefordert, sich nicht einzumischen. Sie würden dieses «Problem» alleine lösen.

Der Aufstand der dem friedlichen Buddhismus verpflichteten Männer stiess bei den Menschen auf Zustimmung. «Sie zeigen der ganzen Welt die Wirklichkeit, die hier passiert», sagte ein Einwohner von Pakokku. Birma wird seit 1962 vom Militär regiert. Aus dem Land dringt nur wenig nach aussen. (sda)

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