Nach Gewitter: Schadensumme steigt stündlich
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Nach Gewitter: Schadensumme steigt stündlich

Ein Tag nach den heftigen Gewittern sind die Aufräumarbeiten und die Schadenaufnahme weitergegangen.

Tausende Meldungen gingen in den Kantonen Bern, Freiburg und Schwyz ein. Gesamtschäden im oberen zweistelligen Millionenbereich werden erwartet, allein 15 Millionen Franken durch Hagelschlag.

Bei den Versicherungen liefen auch am Freitag die Drähte heiss, und Tausende meldeten ihre Gebäudeschäden an. Die Schadensumme stieg stündlich. Nähere Angaben kündigten die Verantwortlichen für den frühen Abend an. Allein die Mobiliar-Versicherung rechnete mit Schäden im oberen zweistelligen Millionenbereich. Für den Kanton Schwyz bezifferte der Schweizerischen Versicherungsverband das Schadenvolumen in der Region Einsiedeln auf «20 Millionen Franken Tendenz steigend». Es handelt sich dabei um Hochrechnungen des Elementarschadenpools von 14 Versicherern auf Grund der bisher eingegangenen Meldungen.

Bei der Berner Gebäudeversicherung gingen bis Freitagmorgen über 2.000 Schadenmeldungen ein. 30 Schadenexperten seien in den Region im Einsatz. Aus dem Kanton Freiburg wurden rund 1.000 Gebäudeschäden mit einem Volumen von mindestens fünf Millionen Franken bestätigt. Die Hagelschäden belaufen sich auf mindestens 15 Millionen Franken, wie die Hagel-Versicherung mitteilte. Es gingen über 3.000 Meldungen ein. Das Hauptschadengebiet reicht grossflächig von der Region Freiburg bis ins den Kanton Zürich. Betroffen war aber auch das Tessin, wo in der Region Bellinzona und Lugano Hagelkörner mit Durchmessern zwischen drei und sechs Zentimetern gefallen waren.

In den Unwettergebieten gingen am Freitag die Aufräumarbeiten weiter. Im Kanton Schwyz, wo die Schadensbehebung an Gebäuden und Infrastruktur noch Wochen dauern dürfte, trafen 30 Durchdiener des Kastastrophenhilfe-Bereitschaftsverbands der Armee mit schwerem Gerät ein. Sie sollten am Abend die Notbrücke Tiefenau errichten. Der Privatverkehr von Einsiedeln ins Ybrig wurde weiterhin über Willerzell umgeleitet. In Unteriberg musste da Trinkwasser aus Sicherheitsgründen weiterhin abgekocht werden. Im Kanton Bern waren in Lyss (BE) und Rapperswil (BE) 40 Angehörige Bereitschaftsverbands im Einsatz.

Laut MeteoSchweiz erreichten die «Superzellen-Gewitter» vom Mittwoch und Donnerstag punkto Ausbreitung und Intensität rekordverdächtige Werte. Der Spitzenniederschlag wurde am Mittwochabend in Alpthal im Kanton Schwyz mit einem Stundenwert von 72,5 Litern pro Quadratmeter gemessen. Aber auch die Niederschlagswerte vom Donnerstag im Mittelland waren aussergewöhnlich. In Tänikon (TG) etwa wurde ein Zehnminutenwert von 18,9 Litern erreicht. In Aarberg im Berner Seeland fielen in einer Viertelstunde 15 Liter Regen pro Quadratmeter. Mit der Kaltfront vom Freitag neigt sich die Gewitterphase laut MeteoSchweiz dem Ende. Seit Jahren habe der Juni nicht mehr mit einer derart extremen Gewitterhäufigkeit überrascht. (dapd)

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