Dolomiten I: Nach Gletschersturz – Rettungskräfte bergen letztes Todesopfer

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Dolomiten INach Gletschersturz – Rettungskräfte bergen letztes Todesopfer

Nach dem Gletschersturz auf der Marmolata, dem höchsten Berg der Dolomiten, ist der elfte und letzte vermisste Tote gefunden worden. Knapp eine Million Kubikmeter Eis und Felsen stürzten in die Tiefe. 

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Elf Menschen kamen beim Gletschersturz ums Leben.

Elf Menschen kamen beim Gletschersturz ums Leben.

AFP
Mehrere Personen wurden verletzt.

Mehrere Personen wurden verletzt.

REUTERS
Die Rettungskräfte suchten während einer Woche nach den Vermissten.

Die Rettungskräfte suchten während einer Woche nach den Vermissten.

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Darum gehts 

Knapp eine Woche nach dem Gletscher-Unglück in den italienischen Dolomiten steht die Zahl der Todesopfer nach Behördenangaben fest: Elf Menschen wurden demnach am vergangenen Sonntag beim Abbruch eines gewaltigen Eisbrockens in den Tod gerissen.

Alle Opfer seien inzwischen identifiziert, sagte ein Sprecher der Carabinieri am Samstag. Bei den Toten handelt es sich um sechs Männer und drei Frauen aus Italien sowie zwei tschechische Bergsteiger. Das jüngste Opfer war Medienberichten zufolge ein 22 Jahre alter Mann aus Vicenza.

Acht Menschen wurden verletzt, darunter zwei Deutsche. Einer davon, ein 67 Jahre alter Mann, konnte am Samstagvormittag das Krankenhaus von Feltre verlassen. 

Keine weiteren Toten zu erwarten

Acht Menschen wurden verletzt, darunter zwei Deutsche. Einer davon, ein 67 Jahre alter Mann, konnte am Samstagvormittag das Spital von Feltre verlassen.  Am Samstag wurde in der betroffenen Gegend, dem Val di Fassa (Fassatal), ein Tag der Trauer begangen.

Von dem Marmolata-Gletscher in den Dolomiten war am 3. Juli ein schätzungsweise 200 Meter breiter, 80 Meter hoher und 60 Meter (circa 960’000 m³) tiefer Eisblock abgebrochen und hatte eine Lawine aus Eis, Felsen und Trümmern auf zahlreiche Bergsteiger niedergehen lassen.

Der Gletscher verliert seit Jahren an Masse und Volumen. In diesem Sommer leidet Italien unter einer Hitzewelle, so dass die Eismassen des Gletschers noch schneller schmolzen als sonst und er dadurch möglicherweise instabiler wurde.

Binnen einer Generation könnte der Gletscher verschwunden sein

Der Norden des Landes ächzt aktuell unter der schlimmsten Dürre seit 70 Jahren. Experten erklärten, im vergangenen Winter sei ungewöhnlich wenig Schnee gefallen, weshalb die Sommerhitze den Gletschern in den italienischen Alpen jetzt besonders zusetze. Der nationale Forschungsrat schätzt, dass der Marmolata-Gletscher in 25 bis 30 Jahren vollständig verschwunden sein wird, falls die gegenwärtigen Klimabedingungen anhalten. 

(DPA/heute.at/pco)

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