Nach Hariri-Mord: Verdächtiger verhaftet
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Nach Hariri-Mord: Verdächtiger verhaftet

Nach der Ermordung des früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri und neun weiterer Menschen ist ein Verdächtiger festgenommen worden.

Das meldete der US-Sender CNN unter Berufung auf Regierungsangaben in Beirut.

Der Mann habe möglicherweise Verbindungen zu Muslimextremisten, hiess es. Einzelheiten zur Person wurden nicht bekannt. Die libanesische Armee sei in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden, um die Stabilität des Landes aufrecht zu erhalten, meldete der britische Sender BBC unter Berufung auf die Streitkräfte.

Nach mehr als einem Jahrzehnt relativer Ruhe hatte der Anschlag am Montag in Beirut etwa 100 Menschen verletzt. Zu der Bluttat bekannte sich eine bisher unbekannte angeblich islamistische Gruppe.

Laut Medienberichten wurde in Beirut die Wohnung eines Palästinensers durchsucht, der sich auf einem Video zu der Tat bekannt hatte.

Der Anschlag stiess weltweit auf Empörung. US-Präsident George W. Bush sei schockiert und verärgert, sagte sein Sprecher in Washington. Die Täter versuchten alle Bemühungen zu ersticken, einen unabhängigen und souveränen Libanon aufzubauen, der frei von ausländischer Vorherrschaft sei.

In dem Video, das der arabische Nachrichtensender El Dschasira ausstrahlte, erklärte ein bärtiger Mann, Hariri sei ein «Agent des saudi-arabischen Regimes» gewesen. Mit dem Selbstmordanschlag wolle man Rache üben für die in Saudi-Arabien von der Polizei getöteten «Gotteskrieger».

Hariri unterhielt gute Beziehungen zur Herrscherfamilie von König Fahd. Für die Echtheit des Bekennervideos gibt es keinen Beweis. Seit dem Beginn einer Serie von Selbstmordanschlägen von El-Kaida-Terroristen im Mai 2003 haben die Sicherheitskräfte in Saudi-Arabien nach eigenen Angaben 92 Terroristen erschossen. (sda)

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