Negativer Asylentscheid: «Nach jahrelanger harter Arbeit muss ich meinen Traum aufgeben»
Aktualisiert

Negativer Asylentscheid«Nach jahrelanger harter Arbeit muss ich meinen Traum aufgeben»

Der 27-jährige Aram Mahmood spricht Deutsch, hat in der Schweiz Freunde gefunden und führt einen erfolgreichen Barbershop. Dennoch muss er zurück in den Irak.

von
Raphael Casablanca

Trotz seines erfolgreichen Geschäfts muss Aram Mahmood die Schweiz wohl verlassen.

Darum gehts

  • Trotz gefestigtem Umfeld und laufendem Geschäft muss ein junger Asylsuchender zurück in den Irak.
  • Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA beschreibt die Lage dort als «unübersichtlich.» Praktisch täglich komme es zu Bombenanschlägen.
  • Freunde sammeln nun Unterschriften, damit der 27-Jährige in der Schweiz bleiben darf.

«Praktisch täglich fordern Bombenanschläge und andere terroristische Akte Todesopfer und Verletzte», heisst es in den Reisehinweisen des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) zum Irak. Die Lage sei unübersichtlich, das Risiko von Entführungen hoch. Dennoch soll der 27-jährige Solothurner Aram Mahmood zurück in sein Heimatland. Das Staatssekretariat für Migration SEM entschied, Mahmood wegzuweisen, da sein Einreisegrund als ungenügend bewertet wurde.

Hoffnung stirbt zuletzt

Mahmood kam vor viereinhalb Jahren in die Schweiz, ohne Familie, ohne Geld: «Ich bekam hier die Möglichkeit, ein neues Leben anzufangen.» Mittlerweile konnte der 27-Jährige im solothurnischen Zuchwil einen eigenen Coiffeur-Salon eröffnen, beschäftigt mehrere Mitarbeiter, bezahlt Steuern und ist bislang nie negativ aufgefallen. «Mit dem Barbershop erhielt ich Anerkennung in der Region, wie ich sie mir nie erträumt hätte», so Mahmood. Man kennt ihn im Ort.

«Nach jahrelanger harter Arbeit und der erfolgreichen Integration muss ich meinen Traum und meine neuen Freunde wohl aufgeben», befürchtet Mahmood. Gegen den Entscheid des SEM kämpfen Mahmoods Freunde. Sie sammeln Unterschriften, damit ihr Freund bei ihnen bleiben darf.

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