Ukraine-Krieg: Nach Kontakt in «Gefahrengebiet» – Nato-Jets verfolgen russische Kampfjets

Aktualisiert

Ukraine-KriegNach Kontakt in «Gefahrengebiet» – Nato-Jets verfolgen russische Kampfjets

Wie das Verteidigungsbündnis berichtet, sind am Donnerstag über der Ostsee zwei SU-24-Bomber nur wenige Dutzend Meter vom Marineverband SNMG1 entfernt vorbeigeflogen.

von
Benedikt Hollenstein
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In der Ostsee haben sich zwei russische Kampfjets gefährlich nahe an einen Marineverband der Nato begeben. Im Bild eine SU-24 der russischen Luftwaffe im Rahmen einer Übung.

In der Ostsee haben sich zwei russische Kampfjets gefährlich nahe an einen Marineverband der Nato begeben. Im Bild eine SU-24 der russischen Luftwaffe im Rahmen einer Übung.

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Dies teilte das zuständige Hauptquartier des Verteidigungsbündnisses am Samstag mit. Der Vorfall ereignete sich demnach am Donnerstag.

Dies teilte das zuständige Hauptquartier des Verteidigungsbündnisses am Samstag mit. Der Vorfall ereignete sich demnach am Donnerstag.

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Konkret sollen sich zwei SU-24 auf gut 70 Meter an den Marineverband SNMG1 angenähert haben. Dabei seien die Piloten nur knapp 100 Meter über der Meeresoberfläche geflogen und hätten nicht auf Kontaktversuche reagiert.

Konkret sollen sich zwei SU-24 auf gut 70 Meter an den Marineverband SNMG1 angenähert haben. Dabei seien die Piloten nur knapp 100 Meter über der Meeresoberfläche geflogen und hätten nicht auf Kontaktversuche reagiert.

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Darum gehts

  • In der Ostsee ist es diese Woche offenbar zu einer brenzligen Situation zwischen Nato-Streitkräften und russischen Kampfjets gekommen.

  • Zwei SU-24-Kampfjets flogen weniger als hundert Meter entfernt in tiefer Höhe an einem Marineverband vorbei.

  • Die Piloten reagierten offenbar nicht auf Kontaktversuche. 

Zwei russische Kampfjets haben sich nach Angaben der Nato in einem gefährlichen Manöver auf der Ostsee operierenden Schiffen des Bündnisses genähert. Die Flugzeuge seien bei dem Vorfall am Donnerstag in nur etwa 73 Metern Entfernung an dem Marineverband SNMG1 vorbeigeflogen, teilte das zuständige Nato-Hauptquartier in Northwood bei London mit. Die Flughöhe habe dabei lediglich 300 Fuss betragen, was in etwa 91 Metern entspricht. Auf Kontaktversuche sei von den Piloten nicht reagiert worden.

Nato-Jets verfolgten Russen

Eine Sprecherin erklärte am Samstag, dass es sich bei den Flugzeugen um zweisitzige taktische Bomber vom Typ SU-24 gehandelt habe, die den Nato-Codenamen «Fencer» (deutsch: Fechter) tragen. Demnach alarmierten Alliierte die schnelle Einsatzbereitschaft ihrer Luftwaffe. Flugzeuge hätten die Russen dann so lange verfolgt, bis sie das Gebiet wieder verlassen hätten. Der Marineverband SNMG1 sei weniger als 50 Kilometer vor der polnischen Hafenstadt Danzig (Gdansk) unterwegs gewesen.

Nato machte Flugabwehrübungen im Gebiet

Wie die Besatzung der Schiffe auf die Annäherung der Flugzeuge reagierte und welche Einheiten beteiligt waren, sagte die Sprecherin nicht. Denkbar wäre etwa, dass die Kampfflugzeuge zwischenzeitlich sogar von einem Feuerleitradar erfasst wurden, um sie im Notfall abschiessen zu können. Die Sprecherin teilte mit, die russischen Flugzeuge seien vermutlich nicht mit Raketen bewaffnet gewesen.

Besonders riskant war das Manöver nach Nato-Angaben, weil die russischen Piloten in einem Gebiet flogen, das als Gefahrenzone gilt und derzeit für Flugabwehrübungen des Bündnisses genutzt wird. Die Annäherung sei deswegen als «unsicher und unprofessionell» einzustufen und habe das Risiko von Fehlkalkulationen, Fehlern und Unfällen erhöht, hiess es aus dem Hauptquartier in Northwood. Der Vorfall dürfte die Spannungen zwischen Russland und der Nato weiter verschärfen.

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