Nach Kontakten zu Neo-Nazis: Schweizer Demokrat tritt zurück
Aktualisiert

Nach Kontakten zu Neo-Nazis: Schweizer Demokrat tritt zurück

Die Schweizer Demokraten (SD) müssen nach nur drei Monaten einen neuen Vizepräsidenten suchen.

Der 22-jährige Roland Wagner aus dem Kanton Aargau trat von seinem Posten zurück. Er hatte Kontakte zu Rechtsextremen aus Deutschland.

Wagner sei nach einem Gespräch freiwillig zurückgetreten, bestätigte SD-Präsident Bernhard Hess am Freitag auf Anfrage einen Bericht des «Tages-Anzeigers». Die SD stehe zu «hundert Prozent zum System der schweizerischen Demokratie» und fühle sich dem Rechtsstaat verpflichtet.

Für Hess fand mit dem Rücktritt des Vizepräsidenten die «ganze Angelegenheit ein relativ glimpfliches Ende». Wagner könne seine Nationalratskandiatur auf der Wahlliste der Aargauer SD nicht mehr zurückziehen, sagte er. Die Frist sei abgelaufen.

Schiesstraining und Rütlifeier

Wagner hatte zwei deutschen Neonazis im Schützenstand von Oberhof im Fricktal am 10. August ein Schiesstraining erteilt. Weil für die Übung mit einer Armeewaffe eine Bewilligung notwendig gewesen wäre, leitete das Kreiskommando Aargau am vergangenen Mittwoch eine Disziplinaruntersuchung ein.

Zudem hatte Wagner zwei deutsche Rechtsextreme am 5. August zu einer Feier auf dem Rütli der rechtsradikalen Partei National Orientierter Schweizer (PNOS) geführt. Sie wurden gemäss «Tages- Anzeiger» auf einem Pressebild erkannt. Die zwei sollen einer Organisation angehören, die vom deutschen Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird.

(sda)

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