Nach Kyrill: Jörg Kachelmann löst Meteorologen-Streit aus
Aktualisiert

Nach Kyrill: Jörg Kachelmann löst Meteorologen-Streit aus

Elf Menschen hat Orkan Kyrill in Deutschland getötet. Der Schweizer Wetterfrosch Jörg Kachelmann findet trotzdem, der deutsche Wetterdienst (DWD) habe mit seinen Warnungen übertrieben.

Kachelmann, der das Wetter für den deutschen TV-Sender ARD voraussagt, warf dem staatlichen DWD einst vor, Sturm Lothar und das Elbe-Hochwasser verschlafen zu haben. Jetzt hält er der Konkurrenz erstmals das Gegenteil vor: Sie habe mit den Prognosen und Warnungen zu Orkan Kyrill, der am letzten Donnerstag wütete, völlig übertrieben, sagte er gegenüber Spiegel online.

Eine Kritik, die angesichts von elf Todesopfern in Deutschland erstaunt. «Dass es Tote gab, ist traurig», sagte Kachelmann gestern zu 20 Minuten. «Dennoch darf man die Leute nicht schon bei einem Sturm mit Windstärken von 120 km/h auffordern, zuhause zu bleiben.» Sonst würden sie die Warnungen beim nächsten Mal nicht mehr ernst nehmen – und es gebe künftig noch mehr Tote: «Wie soll man die Warnungen denn noch steigern, wenn ein wirklich verheerender Orkan mit 150 km/h Windstärke kommt?»

Die deutsche Konkurrenz weist Kachelmanns Vorwürfe zurück. Manfred Klemann, Chef des Portals Wetter.com, nennt Kachelmann einen «Scharlatan» und fordert von ihm eine Entschuldigung. Kachelmann: «Kommt nicht in Frage.»

(lüs)

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