21.06.2020 18:53

3 mit Sex

«Nach meinen Knackarsch-Übungen hat er mich einfach geküsst!»

Lars hat ein spezielles Erlebnis im Fitnessstudio – und weiss nicht recht: war das jetzt noch ein Flirt oder schon ein Übergriff?

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Lars
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Lars erlebte kürzlich im Fitnessstudio etwas spezielles: Nach flirtigem Blickkontakt folgte ihm ein Fremder aufs WC und küsste ihn. Lars ist sich unschlüssig: «Ist das jetzt noch Flirten oder schon ein Übergriff?»

Lars erlebte kürzlich im Fitnessstudio etwas spezielles: Nach flirtigem Blickkontakt folgte ihm ein Fremder aufs WC und küsste ihn. Lars ist sich unschlüssig: «Ist das jetzt noch Flirten oder schon ein Übergriff?»

Anna Deèr
Lars
Lars

Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau. WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, in und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.

Anna Deér
Ella
Ella

Sie ist single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.

Anna Deér

Darum gehts

  • Lars freut sich, nach dem Lockdown wieder trainieren zu können.
  • Im Fitnessstudio erlebt er etwas spezielles: Lars Flirt will mehr als nur Blickkontakt.
  • Als Lars sich auf dem Weg zum WC macht, folgt ihm der Typ heimlich.
  • Erst als Lars den Kopf hebt und den Wasserhahn zudreht, bemerkt er den Typ.
  • Der Fremde kommt immer näher und küsst Lars. Dieser ist sich unschlüssig: «War das jetzt ein Flirt oder schon ein Übergriff?»

Ok. Corona ist zwar nicht vorbei, aber die ersten Lockerungen bringen attraktive Möglichkeiten mit sich: Daten in einer Bar ist plötzlich etwas Spektakuläres. Und der eine oder andere Blickaustausch auf offener Strasse geht umso schöner unter die Haut. Wohoo! Wenn ich ehrlich bin, habe ich während der Liebes-Eiszeit genau dieses latente Prickeln am meisten vermisst.

Nirgends entladen sich die angestauten Hormone und das wochenlang unterdrückte Flirtbedürfnis stärker als im Fitnessstudio, sagen meine Freunde, die dazu mehr wissen als Wikipedia und Duden zusammen. Schwule und heterosexuelle Freunde erzählen mit roten Ohren von «Partnerübungen» auf dem Klo im Gym. Und auch die Fitness-Affäre meines heimlich bisexuellen Mitbewohners Bruce ist mir in guter Erinnerung: «… es hat mit Blickkontakt angefangen, höhö …».

«Schade, dass dieses Studio keine Sauna hat»

Vielleicht hege ich also unbewusste Hoffnungen, als ich nach Wiedereröffnung meines Studios in besonders knappen Shorts aufreizende Übungen mit einer Blackroll mache. Jedenfalls ist mir noch nie so deutlich aufgefallen, wie vorteilhaft ein angeschwitztes T-Shirts Körperkonturen zur Geltung bringen kann. Und wie die gebeugten und gestreckten Stellungen der Mucki-Frauen und Proteinshake-Proleten, ihr schweres Atmen und leises Stöhnen plötzlich eine ganz andere Bedeutung haben. Ich empfinde während dieses ersten Trainings nach dem Lockdown eine Mischung aus Faszination (uuuh, straffe Mukis) und Ekel (wääh, Achselschweiss). Und ich bin nicht der einzige, dessen unterdrückte Bedürfnisse im Gym zum Vorschein treten: Bereits nach wenigen Übungen werde ich von hungrigen Augen beobachtet. Oder täusche ich mich?! Ich muss der Sache auf den Grund gehen.

Ich stelle meinen Trainingsablauf so um, dass ich im Blickfeld dieser Augen bleibe. Mache Übungen, die mich in vorteilhaftes Licht rücken. (Ja - es sind auch Übungen für einen Knackarsch dabei). Als ich meinem Po eine Pause gönne, huscht das erste verschmitzte Lächeln über sein bärtiges Gesicht. Die hungrigen Augen werden etwas weicher. Mein Ego glüht, als ich zurückgrinse. «Wings for Life» steht auf seinem grauen Shirt mit herzförmigem Schweissfleck auf der Brust. Wings hebt mehr Gewicht als ich, was mir imponiert. Hoffentlich kriegt niemand anders die Spannung zwischen uns mit! Bruces Kopf ploppt vor meinem inneren Auge auf: « … höhö, und nach dem Training haben wir in der Sauna geknutscht …». Schade, hat dieses Studio keine Sauna!

«Er folgte mir aufs Klo und küsste mich»

Dann schafft es mein hormonverbranntes Hirn doch noch, ein vernünftiges Signal zu senden: «Du bist nicht Bruce, du bist ein eigener Mensch! Willst du jetzt überhaupt knutschen? Du musst dich sammeln. Geh aufs Klo und trink einen Schluck Wasser.» Mit einem letzten Grinsen über die Schulter bewege ich mich in Richtung Toilette – dicht gefolgt von Wings! So richtig realisiere ich das erst, als ich den Wasserhahn abstelle und den Kopf hebe. Ich schaue ihn verdutzt an. Wahrscheinlich sehe ich saudoof aus. Roter Kopf und Wasser, das von meinem Oberlippenbart tropft. Wings macht einen Schritt auf mich zu. Und noch einen. Als er mir so nahe ist, dass unsere Nasenspitzen sich fast berühren, hält er kurz inne. Und dann gibt er mir einen Kuss. So halb auf die Lippen, halb auf den nassen Schnauz. Irgendwie drängend, irgendwie sanft. Dann ist er auch schon weg.

Zuhause lasse ich die Situation Revue passieren. «Vielleicht hättest du in der Klokabine knutschen können – oder noch mehr!», sagt diesmal der nicht-imaginäre Kopf von Bruce. «Du warst zu überrascht, um reagieren zu können», meint Ella. Ich ordne das Erlebnis zwischen dreist und prickelnd ein: «Es war schon irgendwie aufregend. Aber was, wenn ich ihn gar nicht hätte küssen wollen? Dann wärs doch voll der Übergriff gewesen!» Wir drei sind uns einig: Mit jemandem zu flirten, ist keine Freikarte zum Knutschen oder Fummeln. Ich habe Wings seit dem Vorfall nicht mehr im Gym gesehen und das ist gut so: Mein Hirn ist immer noch im Lockdown.

Sex-WG

3 mit Sex

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so, und auch einige Angaben sind geändert. Wahr ist aber, dass sie leidenschaftlich gern durch die Keller und Clubs der besten Stadt dieses Landes tanzen. Die drei Singles lieben Techno, Rührei und die stabilen Betten ihrer WG. Und sie wissen: Falls sie sich je zu dritt darin vergnügen, ist das das Ende von allem – oder der Beginn von etwas noch Grösserem. 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihren Abenteuern.

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