Aktualisiert 25.03.2020 10:21

Zoo Zürich

Nach Mikey stirbt auch Koala Milo – an Retrovirus

Schon wieder ein Todesfall im Zoo Zürich. Koalamännchen Milo hat den Kampf gegen ein Virus verloren.

von
leg
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Neben Koala-Männchen Mikey ist nun auch das Männchen Milo gestorben.

Neben Koala-Männchen Mikey ist nun auch das Männchen Milo gestorben.

Zoo Zürich / Peter Bolliger
Die Tierpfleger hatten bei Mikey Blut am Gesäss festgestellt und den Tierarzt alarmiert. Gleich wie Mikey soll auch Milo an Retroviren erkrankt sein, die bei Koalas ein Krankheitsbild ähnlich einer Leukämie auslösen.

Die Tierpfleger hatten bei Mikey Blut am Gesäss festgestellt und den Tierarzt alarmiert. Gleich wie Mikey soll auch Milo an Retroviren erkrankt sein, die bei Koalas ein Krankheitsbild ähnlich einer Leukämie auslösen.

Zoo Zürich / Albert Schmidmeister
Die Zoo-Tierärzte wollen die Untersuchungsresultate der beiden Todesfälle nutzen, um einen Virenausbruch künftig frühzeitig erkennen zu können.

Die Zoo-Tierärzte wollen die Untersuchungsresultate der beiden Todesfälle nutzen, um einen Virenausbruch künftig frühzeitig erkennen zu können.

Zoo Zürich / Jean-Luc Grossmann

Auch Zoo-Tiere haben mit Viruserkrankungen zu kämpfen. Im Zürcher Zoo ist ein zweites Koala-Männchen an einem Retrovirus gestorben. Das Tier wurde am vergangenen Donnerstag eingeschläfert. Milo sei zusehends schwächer geworden, teilte der Zoo Zürich am Mittwoch mit. Die Untersuchungsergebnisse hätten keine Hoffnung auf eine Besserung zugelassen. Deshalb sei das Koala-Männchen schliesslich eingeschläfert worden.

Milo erkrankte an Retroviren, die bei Koalas ein Krankheitsbild ähnlich einer Leukämie auslösen. Im Dezember 2019 war bereits das andere Koala-Männchen, Mikey, an den Folgen dieser Krankheit gestorben. Somit verbleiben in der Anlage nur die beiden Weibchen Maisy und Pippa. Die Koalas kamen im Februar 2018 in den Zoo Zürich.

Möglicherweise noch Nachwuchs gezeugt

Gemäss Zoo-Mitteilung gibt es einen Lichtblick: Milo konnte sich vor seinem Tod noch mit Maisy und Pippa paaren. Ob es Nachwuchs gibt, ist aber erst in einigen Monaten klar.

Die Zoo-Tierärzte wollen die Untersuchungsresultate der beiden Todesfälle nutzen, um einen Virenausbruch künftig frühzeitig erkennen zu können. Treten bereits klinische Symptome auf, kann den befallenen Tieren kaum mehr geholfen werden.

In Australien sind grosse Teile der Koala-Population Träger solcher Retroviren. Bei einer Infektion beginnen diese Viren, sich im Körper zu vermehren, greifen das Immunsystem und die Bildung der Blutkörperchen an. Der betroffene Koala hat keine Abwehrmöglichkeiten gegenüber Krankheitskeimen mehr und verliert die Fähigkeit zur Blutgerinnung.

(leg/sda)

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