Aktualisiert 06.01.2020 00:01

Amlikon TGNach nur einer Minute stürzte das Flugzeug ab

Schon kurz nach dem Abheben krachte ein Segelflugzeug in Amlikon TG wieder auf den Boden. Nun klärt die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle die Umstände auf.

von
viv
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Am Flugplatz Amlikon TG kam es am 18. Juli 2018 zum Unfall eines Segelflugzeuges.

Am Flugplatz Amlikon TG kam es am 18. Juli 2018 zum Unfall eines Segelflugzeuges.

Symbolbild: Screenshot Youtube
Die beiden Passagiere, der Pilot und sein Co-Pilot, waren nur eine Minute in der Luft.

Die beiden Passagiere, der Pilot und sein Co-Pilot, waren nur eine Minute in der Luft.

Symbolbild: Screenshot Youtube
Danach krachte die Flugmaschine wieder auf den Boden.

Danach krachte die Flugmaschine wieder auf den Boden.

Symbolbild: Screenshot Youtube

Wolkenloser, sonniger Himmel und angenehme 24 Grad Celsius: Das Wetter am Flugplatz Amlikon TG bot ideale Voraussetzungen, um mit einem Segelflugzeug in die Höhe zu gleiten. So nahmen es sich am 18. Juli 2018 auch ein Pilot und sein Fliegerkollge vor. Doch schon eine Minute nach dem Start, stürzte das Flugzeug wieder ab und schlug hart auf dem Boden auf. Der Co-Pilot wurde dabei erheblich verletzt. Kürzlich veröffentlichte die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) einen Schlussbericht zu dem Fall.

Die beiden Männer sassen in einem Segelflugzeug Schempp Hirth Nimbus-4DM, HB-2384 mit Klappmotor. Es hatten zwar beide Passagiere eine Fluglizenz, allerdings wählten sie eine schwierige Startmethode: Da sie weder die Hilfe eines Schleppflugzeuges, noch einer Seilwinde hatten, entschieden sie sich per Eigenstart abzuheben. Für den Piloten war es damals der erste solche Start.

Auch für erfahrene Piloten anspruchsvoll

Der Co-Pilot, der auch als Fluglehrer arbeitet, hatte zwar schon Erfahrung damit, allerdings mit anderen Flugzeugen. Wie es im Schlussbericht der Sust heisst, lag der letzte Eigenstart der Mannes bereits drei Jahre zurück. Des Weiteren bedingt der Eigenstart mit dem Nimbus-4DM eine spezielle und typenspezifische Ausbildung. «Damit waren die Voraussetzungen für diesen Flug risikobehaftet», heisst es im Bericht.

Beim Eigenstart mit diesem Flugzeugtyp muss der Pilot gleichzeitig das Flugzeug steuern, den Motor bedienen und dann auch noch im richtigen Moment die Wölbklappen am Flügel verstellen. Dies sei selbst für erfahrene Segelflugpiloten anspruchsvoll, schreibt die Sust.

Ausbildungsvorschriften verschärfen?

Bis zum Abheben verlief allerdings alles nach Plan. Danach fokussierte sich der Co-Pilot auf die Motorendrehzahl und korrigierte in der Folge den Fehler des Piloten nicht, der das Höhensteuer zu sehr anzog. Ein Fehler, der das Flugzeug zum absacken brachte. Nach dem harten Aufprall auf dem Boden, brach sich der Co-Pilot einen Rückenwirbel. Der Pilot blieb unverletzt.

Die Sust sieht den Grund für den Unfall in mangelndem Risikobewusstsein und zu geringer Erfahrung. Sie empfiehlt den zuständigen Behörden eine Verschärfung der Ausbildungsvorschriften für Segelflugzeuge mit Klappmotor.

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