Skicrosserin sehr emotional – Nach Olympia-Skandal dachte Smith daran, ihre Karriere zu beenden

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Skicrosserin sehr emotionalNach Olympia-Skandal dachte Smith daran, ihre Karriere zu beenden

Es war der Eklat aus Schweizer Sicht in Peking: Der Skicrosserin Fanny Smith wurde die Olympia-Bronzemedaille aberkannt – später bekam sie sie wieder zurück. Nun hat die 29-Jährige Stellung genommen.

von
Adrian Hunziker
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Die Schweizer Skicrosserin Fanny Smith ist im Ziel untröstlich. 

Die Schweizer Skicrosserin Fanny Smith ist im Ziel untröstlich. 

REUTERS
Diese Bilder gingen um die Welt – und schockierten vor allem die Schweizer Fans. 

Diese Bilder gingen um die Welt – und schockierten vor allem die Schweizer Fans. 

REUTERS
Denn Smith war eigentlich als Dritte ins Ziel gekommen und hatte somit Bronze gewonnen. 

Denn Smith war eigentlich als Dritte ins Ziel gekommen und hatte somit Bronze gewonnen. 

AFP

Darum gehts

  • Fanny Smith wurde in Peking die Bronzemedaille aberkannt – sie bekam sie wieder zurück.

  • Nun gab die 29-Jährige an einer Medienkonferenz Auskunft zu dieser schweren Zeit. 

  • Sie bedankte sich für die grosse Anteilnahme und gab zu, dass sie an ein Karriereende dachte.

Was für ein Schock am 17. Februar: Der Schweizer Skicrosserin wird die Olympia-Bronzemedaille kurz nach Zieleinfahrt aberkannt. «Ich bin am Boden zerstört», meldete sich die Waadtländerin darauf. Nun sind drei Wochen vergangen und die 29-Jährige hat sich mit dieser Situation auseinandersetzen können – und mit der Versöhnung wenige Zeit später, als sie die Medaille zurückbekommen hat.

Am Dienstag hat Smith an einer Medienkonferenz in Lausanne zu diesen turbulenten Zeiten Auskunft gegeben. Dort schilderte sie, wie ihr die «Welle der Solidarität» geholfen habe. «Ich bin immer noch gerührt, wenn ich davon erzähle. Es war das Beste, was in dieser schlechten Geschichte passiert ist. Einige Persönlichkeiten haben mir sogar geschrieben, aber ich werde sie nicht nennen. Es war unglaublich und ich kann den Leuten nicht genug danken», sagte sie den vor Ort anwesenden Medien.

«Befand mich in einem Albtraum»

Smith schaute auch auf die Zeit zurück, als sie erfuhr, dass sie die Medaille zurückerhält. «Am 24. Februar erfuhr ich, dass unsere Berufung angenommen wurde, dass der Gerechtigkeit Genüge getan wurde und dass ich diese Medaille wiedererlangt hatte. Es war eine Erleichterung.» Doch natürlich bleibe vor allem die Disqualifikation in schlechter Erinnerung – und die damit verbundenen Gefühle. «Mir wurde damals diese Medaille geraubt, aber auch all die Emotionen, die damit verbunden sind. Während des Podiums, als alle feierten, befand ich mich in einem wachen Albtraum», so Smith.

Das Schlimmste an diesem Skandal: Den kurzen Glücksmoment wird ihr niemand mehr zurückgeben können. Smith war im Zielraum die erste Leidtragende, nach der Berufung ist es die Deutsche Daniela Maier, die selber die Medaille wieder verliert. Auf die Frage, ob nicht beide, also Maier und Smith, eine Medaille erhalten sollten, erwiderte die Waadtländerin: «Es wäre unter den gegebenen Umständen eine gute Sache.» Entscheiden kann das aber weder die Skicrosserin noch ihre Kontrahentin.

Gedanken an Rücktritt

Die 29-Jährige zog Lehren aus dem Olympia-Vorfall: «Man muss ständig kämpfen, wenn man im Recht ist. Und das unter allen Umständen.» Aber: Trotz dieser turbulenten Wochen tritt Smith nicht zurück. Aber sie gab zu: «Angesichts dieser Ungerechtigkeit dachte ich sogar daran, meine Karriere zu beenden.» Die Skicrosserin will sicher bis zu den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina 2026 weiterfahren. «Das habe ich schon im Hinterkopf», sagte sie und dachte dabei wohl auch an einen möglichen Olympiasieg – genau richtig zum Karriere-Abschluss.

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