One Love-Bändeli-Gate: Grüne wollen Fifa Steuerprivilegien streichen

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«One Love»-Gate«Verbot bringt Fass zum überlaufen» – Fifa soll Steuerprivilegien verlieren 

Die Diskussion um das Fifa-Verbot des «One Love»-Armbändelis ist eines der grossen Themen an der WM. Jetzt wollen die Grünen die «Profitmaschine auf dem Buckel der Menschenrechte» zur Kasse bitten.

von
Daniel Graf
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Das Verbot des «One Love»-Armbands an der Fussball-WM der Fifa sorgt für heftige Diskussionen. 

Das Verbot des «One Love»-Armbands an der Fussball-WM der Fifa sorgt für heftige Diskussionen. 

AFP
Die Fifa hat ihren Hauptsitz in der Schweiz. Dass die das regenbogenfarbige «One Love»-Armbändeli verbot, stösst vielen sauer auf. 

Die Fifa hat ihren Hauptsitz in der Schweiz. Dass die das regenbogenfarbige «One Love»-Armbändeli verbot, stösst vielen sauer auf. 

AFP
Die deutsche Nationalmannschaft reagierte mit dieser Protestaktion auf das Verbot. 

Die deutsche Nationalmannschaft reagierte mit dieser Protestaktion auf das Verbot. 

freshfocus

Darum gehts

  • Die Fifa verbot den Mannschaften an der Fussball-WM, mit einem regenbogenfarbigen «One Love»-Armbändeli aufzulaufen. 

  • Das sorgte für riesige Diskussionen und viel Kritik. 

  • Jetzt reagiert die Schweizer Politik. Die Aktion zeige, dass «die Fifa ein weiteres Mal vor den katarischen Scheichen kuscht», finden die Grünen. 

  • Sie wollen die «Steuerprivilegien», die die Schweiz der Fifa, die ihren Hauptsitz hier hat, gewähre, bekämpfen. 

Die Grünen haben keine Freude an der Fifa. «Dass die Fifa mit der WM-Vergabe an Katar einen für die Menschenrechte katastrophalen Entscheid getroffen hatte, ist bekannt», schreibt Fraktionspräsidentin Aline Trede in einer Medienmitteilung. Das Verbot der «One Love»-Armbinde durch die Fifa bringe das Fass nun aber definitiv zum Überlaufen. «Die Fifa kuscht ein weiteres Mal vor den katarischen Scheichen und unterbindet selbst das kleinste Zeichen der Solidarität mit der LGBTIQ-Community», schreibt Trede.

Die Grünen fordern deshalb das «Ende der Steuerprivilegien der Fifa in der Schweiz». Dass die Fifa, «ein drei Milliarden Franken schwerer Weltkonzern», in der Schweiz dieselben steuerlichen Bedingungen geniesse wie ein Kaninchenzüchterverein, ist für die Grünen «unerhört».

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«Nur auf dem Papier ein gemeinnütziger Verein»

Die Partei will sich nun auch im Parlament für eine Änderung einsetzen: «In der Wintersession werden wir einen Vorstoss einreichen, damit die Fifa gleich besteuert wird wie andere Unternehmen ihrer Grösse. Die Fifa soll ihren Status als ‹gemeinnütziger Verein› nicht weiter als Steuerschlupfloch missbrauchen können», schreibt Trede. Ein gemeinnütziger Verein sei die Fifa nur auf dem Papier.

Auslöser für den jüngsten Vorstoss war das Verbot der Fifa für die Mannschaften, mit regenbogenfarbigen «One Love»-Armbinden aufzulaufen. Die deutsche Nationalmannschaft hatte das auch vorgehabt und sich aus Protest gegen das Fifa-Verbot beim Mannschaftsfoto vor dem Spiel gegen Japan kollektiv die Hand auf den Mund gelegt als Zeichen dafür, dass die Fifa ihr den Mund verboten hat.

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