Radioaktives Material gestohlen - Nach Radium-Klau an Privat-Gymi – Mutter ist frustriert, Rektor bleibt ruhig
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Radioaktives Material gestohlenNach Radium-Klau an Privat-Gymi – Mutter ist frustriert, Rektor bleibt ruhig

Nachdem Maturandinnen und Maturanden aus dem Physikunterricht radioaktives Material gestohlen haben, musste sich das BAG einschalten. Eine Mutter wirft der Schulleitung Untätigkeit vor. Der Rektor will trotz allem an solchen Experimenten festhalten.

von
Noah Knüsel
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Im Gymnasium Friedberg in Gossau SG haben Maturandinnen und Maturanden in der Physiklektion leicht radioaktive Radiumquellen geklaut.

Im Gymnasium Friedberg in Gossau SG haben Maturandinnen und Maturanden in der Physiklektion leicht radioaktive Radiumquellen geklaut.

friedberg.ch 
Fast hätte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) intervenieren müssen – wenn die Radiumquelle nicht am nächsten Tag anonym zurückgegeben worden wäre.

Fast hätte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) intervenieren müssen – wenn die Radiumquelle nicht am nächsten Tag anonym zurückgegeben worden wäre.

AFP via Getty Images (Symbolbild)
Nun nimmt Rektor Lukas Krejci Stellung: «Wir haben den Vorfall mit externen Experten sorgfältig analysiert», sagt er. Man habe entsprechende Massnahmen ergriffen, so Krejci weiter.

Nun nimmt Rektor Lukas Krejci Stellung: «Wir haben den Vorfall mit externen Experten sorgfältig analysiert», sagt er. Man habe entsprechende Massnahmen ergriffen, so Krejci weiter.

AFP via Getty Images (Symbolbild)

Darum gehts

  • In einem St. Galler Privatgymnasium klauten Schülerinnen und Schüler aus dem Physikunterricht radioaktives Material.

  • Nun nimmt die Schule Stellung: Man habe den Vorfall sorgfältig analysiert.

  • Ein Fehlverhalten von Lehrpersonen oder anderen Personen habe nicht vorgelegen, so der Rektor.

In einem Gymi in Gossau SG ereignete sich ein spezieller Diebstahl: Im Herbstsemester 2020 fehlte nach einer Physikstunde eine der leicht radioaktiven Radiumquellen, mit denen die Schülerinnen und Schüler experimentieren durften. Der Lehrer schaltete daraufhin die Schulleitung ein, die wiederum das Bundesamt für Gesundheit (BAG) informierte.

Das BAG hätte beinahe intervenieren müssen – wenn die Radiumquelle nicht am nächsten Tag anonym zurückgegeben worden wäre. Der Vorfall ereignete sich am Gymnasium Friedberg, einer Privatschule. Nun nimmt Rektor Lukas Krejci Stellung: «Wir haben den Vorfall mit externen Experten sorgfältig analysiert», sagt er.

Man habe entsprechende Massnahmen ergriffen, so Krejci weiter. Die Schülerinnen und Schüler seien stärker auf die Risiken sensibilisiert und die Sicherheitsabläufe weiter angepasst worden. Darum fänden solche Experimente weiterhin statt.

Vorwürfe gegen Schule

Für die Mutter eines der Schüler des Gymis hat die Schule falsch gehandelt. Ihr Sohn gehört zur Maturaklasse, in deren Physikunterricht das Material gestohlen wurde. «Als wir davon erfahren haben, sind wir sehr erschrocken», sagt sie. «Niemand wusste, wo das Material ist und wie gefährlich das wirklich ist.»

Laut der Mutter war es nicht das erste Mal, dass sich der betreffende Physiklehrer unprofessionell verhalten hat: «Teilweise ist er gar nicht zum Unterricht erschienen.» Schon mehrfach hätten sich auch Schülerinnen und Schüler über ihn beschwert.

Eltern forderten Konsequenzen

Nach dem Vorfall mit der Radiumquelle habe sie mit mehreren anderen Eltern die Schulleitung kontaktiert, so die Mutter: «Wir forderten Konsequenzen, doch nichts geschah.» Das sei sehr frustrierend: «Wir haben uns sehr über dieses Verhalten geärgert, schliesslich zahlen wir viel Geld für die Schule.»

Rektor Krejci lässt die Vorwürfe der Eltern nicht gelten: Ein Fehlverhalten von Lehrpersonen oder anderen Personen habe nicht vorgelegen, sagt er. Dass das Gymi richtig gehandelt habe, sei auch vom BAG bestätigt worden. Der betreffende Physiklehrer hat bisher nicht auf eine Anfrage von 20 Minuten reagiert.

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