Walzenhausen AR: Nach Rassismuseklat wegen Blackfacing – Staatsanwaltschaft eröffnet Verfahren

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Walzenhausen ARNach Rassismuseklat wegen Blackfacing – Staatsanwaltschaft eröffnet Verfahren

Ein Video eines schwarzangemalten Jodlers mit Trommel und Bastrock sorgte am Wochenende für Kopfschütteln. Nun eröffnet die Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen Rassendiskriminierung.

von
Samira Kunz

In diesem Video berichtete 20 Minuten über den Vorfall beim Auftritt des Jodlervereins. Nun hat die zuständige Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen Rassendiskriminierung eröffnet.

20min

Darum gehts

  • Eine Vorführung des Jodlerchors Walzenhausen AR sorgte am Wochenende für Empörung.

  • Die Staatsanwaltschaft Appenzell Ausserrhoden hat nun ein Strafverfahren eröffnet.

  • Aufgrund von Rassendiskriminierung wird gegen Unbekannt ermittelt.

Die Staatsanwaltschaft von Appenzell Ausserrhoden hat aufgrund der Berichterstattung von 20 Minuten zum Blackfacing-Vorfall beim Jodlerchor Walzenhausen ein Strafverfahren eröffnet, wie Staatsanwalt Khalil Beydoun auf Anfrage mitteilt. Ermittelt werde zurzeit gegen Unbekannt aufgrund des Artikels 261bis StGB, der sich mit Rassendiskriminierung befasst

Schwarzangemalter Jodler tritt mit Trommel und Bastrock auf

Eine Darbietung des Jodlerchors Walzenhausen sorgte für Empörung. Während der «Stobete» von letztem Samstag betrat plötzlich ein schwarzangemalter Jodler mit Trommel und Bastrock die Bühne. News-Scout U. H. fand den Auftritt «völlig geschmacklos».

Auch die Stiftung gegen Rassismus sagte, man bediene sich stereoptypisierten und rassistischen Mustern: «Da denkt man einfach: ‹Das ist nicht mehr zeitgemäss.› Blackfacing oder sich wie eine andere Rasse zu verkleiden, ist im 2022 einfach ein No-Go.» Stephanie Graetz aus der Geschäftsleitung der Stiftung empfindet das Video als ein Sich-lustig-Machen, das klar beleidigend und rassistisch motiviert sei.

«Wir meinten es in einem positiven Sinn»

Markus Nef, der Präsident des Jodlerklubs, sagte, er befasse sich nicht mit so «Zeugs». «Es geht nicht darum, wie wir schwarze Menschen wahrnehmen. In einem Theater muss man ja etwas darstellen. Wir nehmen hier niemanden wahr oder diskriminieren oder stellen ihn schlecht dar. Wir meinten es in einem positiven Sinn. Wir starten mit einem Appenzeller Lied, dann kommt eine andere Kultur auf die Bühne und wir machen Musik zusammen. Um das geht es in dieser Vorführung.»

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Rassismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsnetz für Rassismusopfer

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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