Tierschutzmeldung: Nach Rettung aus Plastikhaus – «Alle wollen Tacco helfen»
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TierschutzmeldungNach Rettung aus Plastikhaus – «Alle wollen Tacco helfen»

Der Tierschutzbund Basel Regional rettete gestern einen Kaninchenbock aus seiner Plastikhütte. Bald schon wird der Hase wegen regen Interesses in ein artgerechtes Zuhause kommen. 

von
Tanya Vögeli
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Verbarrikadierte Fenster und kein Tageslicht: Hier wurde das Kaninchen Tacco nicht tiergerecht gehalten.

Verbarrikadierte Fenster und kein Tageslicht: Hier wurde das Kaninchen Tacco nicht tiergerecht gehalten.

Facebook Tierschutzbund Basel Regional
Happy End in Sicht für Kaninchen Tacco: Er wird im Katzenheim Muttenz BL gut umsorgt und die Vermittlung ist im vollen Gange. 

Happy End in Sicht für Kaninchen Tacco: Er wird im Katzenheim Muttenz BL gut umsorgt und die Vermittlung ist im vollen Gange. 

Facebook Tierschutzbund Basel Regional
«Es haben sich viele Menschen gemeldet, das Interesse an Tacco ist gross», erklärt Joël Hofer, Teamleiter im Katzenheim.

«Es haben sich viele Menschen gemeldet, das Interesse an Tacco ist gross», erklärt Joël Hofer, Teamleiter im Katzenheim.

Facebook Tierschutzbund Basel Regional

Darum gehts

  • Das schwarz-weisse Kaninchen Tacco wurde von seinen Haltern in eine Plastikhütte gesperrt und dort gehalten.

  • Der Tierschutzbund Basel Regional hat das Tier aus der Hütte ohne Tageslicht gerettet. 

  • Nachdem das Schicksal des Hasen publik wurde, wird das Tierheim mit Anfragen zu Tacco überhäuft.

Am Montag erhielt der Tierschutzbund Basel Regional eine Meldung über ein Kaninchen, das alleine in einer Kinderhütte aus Plastik gehalten wurde. Die Fenster des Spielhauses waren verbarrikadiert mit Brettern und Klebeband. Der Grund: Tacco, wie die Tierschützer und Tierschützerinnen ihn getauft haben, sei mehrmals aus seiner Behausung ausgebrochen.

Happy End für jungen Hasen

Tacco gehe es im Katzenheim in Muttenz gut, wie es auf Anfrage von 20 Minuten heisst. Das Tier sei ein «frecher und herziger Bolle». Joël Hofer, Teamleiter im Katzenheim, erklärt: «Er ist in einem artgerechten Gehege, nur leider hat er kein Gspänli, da er momentan der einzige Hase bei uns ist.» Das Kaninchen ist etwas dünner, als es sollte, aber sonst gesund. Ein Kastrationstermin wurde ebenfalls bereits vereinbart. 

Hofer zeigt sich positiv: «Es haben sich viele Menschen gemeldet, das Interesse an Tacco ist gross. Wegen des Posts auf Facebook sind wir sicher, dass wir bald ein schönes Plätzchen für den Hasen finden. Alle wollen Tacco helfen.»

Die Hilfsbereitschaft in der Facebook-Community ist gross. Plötzlich wollen alle helfen, Tacco zu vermitteln, oder ihn gar bei sich unterbringen: «Ich könnte mir vorstellen, Tacco aufzunehmen. Habe ein grosses Aussengehege mit derzeit zwei Kaninchen und würde die Gruppe gerne vergrössern», schreibt eine Nutzerin. Jemand schreibt: «Ich schicke es gleich jemandem, der seine Gruppe erweitern möchte.» 

«Ein Hase auf Ostern, ein Büsi auf Weihnachten»

Die ehemaligen Halter mussten am Anfang überzeugt werden, das «Geschenkhäsli» abzugeben, so Hofer. «Die Besitzer waren nach ein bisschen Aufklärung sehr einsichtig und unterschrieben die Verzichtserklärung. Das hat die Situation sehr vereinfacht», sagt Hofer. Ohne die Verzichtserklärung hätten die Tierschützer und Tierschützerinnen Tacco vorläufig im Plastikhaus lassen und das Veterinäramt wie auch die Polizei wegen Tiermisshandlung einschalten müssen.

«Es ist typisch für diese Jahreszeit, also die Osterzeit, dass Kinder Hasen geschenkt bekommen. Die Leute machen sich nicht schlau darüber, was ein Tier braucht und was es für eine Arbeit ist», nervt sich Hofer. Heutzutage sollte man wissen, dass Tiere keine Gegenstände sind, appelliert er. «Tacco ist einer dieser klassischen Fälle. Die Halter hatten keine Ahnung, wie das Kaninchen zu halten ist.» Tiere würden gerne verschenkt, ohne über Haltung und die Bedürfnisse nachzudenken – «Ein Hase auf Ostern, ein Büsi auf Weihnachten», so Hofer.

Dass so etwas nicht in Ordnung ist, klärt der Tierschutzbund Basel Regional auf Social Media und seiner Website auf. Hofer sagt: «Tiere sind keine Geschenke und man soll ihnen ein artgerechtes Umfeld geben. Doch wenn man es ernst meint mit einem Haustier, kann man die Anwesenheit eines so frechen und herzigen Bolle geniessen, wie von Tacco.»

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel.  079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00


Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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