Drogen-Umfrage: Nach sechs bis acht Bier haben die meisten genug
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Drogen-UmfrageNach sechs bis acht Bier haben die meisten genug

Wie viele Drinks genehmigt man sich in der Schweiz, wenn man trinkt? Und wie viel finden die Leute zu viel? Darauf gibt der Global Drug Survey Antwort.

von
Marco Lüssi
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87 Prozent der Teilnehmer des Global Drug Survey tranken im letzten Jahr Alkohol. In der Umfrage gaben sie an, wie oft sie trinken.

87 Prozent der Teilnehmer des Global Drug Survey tranken im letzten Jahr Alkohol. In der Umfrage gaben sie an, wie oft sie trinken.

Keystone/Urs Flueeler
Die Kuchengrafik stellt die Ergebnisse des Global Drug Survey dar.

Die Kuchengrafik stellt die Ergebnisse des Global Drug Survey dar.

Die Teilnehmer der Umfrage wurden auch gefragt, wie viel sie normalerweise trinken, wenn sie zu Alkohol greifen.

Die Teilnehmer der Umfrage wurden auch gefragt, wie viel sie normalerweise trinken, wenn sie zu Alkohol greifen.

87 Prozent der über 6000 Personen aus der Schweiz, die am Global Drug Survey (GDS) 2015 teilgenommen haben, griffen im vergangenen Jahr zu Alkohol – das sind 6 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Umfrageteilnehmer haben auch beantwortet, wie oft sie sich ein Gläschen genehmigen. Dabei zeigt sich: Tägliches Trinken ist die Ausnahme. Nur ein Sechstel trinkt viermal oder häufiger pro Woche. Ein Drittel trinkt zwei- bis dreimal wöchentlich. Bei einem weiteren Drittel gibt es höchstens einmal in der Woche Alkohol, ein Sechstel trinkt höchstens einmal im Monat.

Wer beim Alkoholkonsum kein Risiko eingehen will, sollte gemäss der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung nicht mehr als zwei Standardgläser zu sich nehmen, Frauen sollten es gar bei einem Glas belassen. Etwas grosszügiger ist das Bundesamt für Gesundheit: Es gestattet Männern drei Drinks am Tag, Frauen zwei. An diese Mengenvorgaben hält sich gemäss dem GDS 2015 jedoch nur eine Minderheit. Auf die Frage, wie viel sie trinken, wenn sie trinken, antworten lediglich 40 Prozent, sie würden normalerweise einen bis zwei Drinks zu sich nehmen. 35 Prozent genehmigen sich drei oder vier Einheiten Alkohol.

Die meisten spüren den Effekt nach zwei bis drei Gläsern

Wie viel müssen Schweizerinnen und Schweizer trinken, um die Wirkung des Alkohols zu spüren? Bei einem Drittel der Befragten der GDS 2015 reicht dazu bereits ein Drink. Knapp 60 Prozent spüren erst nach zwei bis drei Gläsern etwas, 9 Prozent geben an, dazu bräuchten sie sechs bis acht Drinks. 1 Prozent der Befragten will gar erst nach mehr als zehn Getränken etwas empfinden.

Wann aber finden die Schweizerinnen und Schweizer, es sei genug? 44 Prozent der GDS-Teilnehmer geben an, das sei nach sechs bis acht Drinks der Fall – ab dieser Menge hätten sie den Punkt erreicht, bei dem sie betrunkener seien als sie wollten. Für 26 Prozent ist dies schon nach vier bis fünf Getränken der Fall. 10 Prozent hingegen halten sich für deutlich trinkfester: Zu betrunken kommen sie sich erst nach mehr als zehn Gläsern vor.

Am häufigsten sind die Iren betrunken

Wie oft aber kommt es dazu, dass Schweizerinnen und Schweizer den Punkt erreichen, an dem sie betrunkener sind als sie wollen? 19 Prozent geben an, dass dies mindestens einmal im Monat der Fall ist. Im internationalen Vergleich liegt die Schweiz damit in der hinteren Hälfte der Rangliste.

Mit 29 Prozent ist der Anteil der Personen, die einmal im Monat betrunkener sind als sie sein möchten, bei den Iren international am höchsten – gleich vor den Brasilianern (28 Prozent) und den Briten (23 Prozent). Am seltensten passiert das den Dänen (11 Prozent). Obwohl die Schweizer beim Alkohol zurückhaltender sind als andere, gibt ein Drittel der Umfrageteilnehmer an, sie würden gern weniger trinken.

Trinkgeschwindigkeit ist entscheidend

Larissa Maier vom Schweizer Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung sagt, natürlich spiele die Zeitspanne, in der man trinke, eine entscheidende Rolle: «Fünf Drinks über fünf Stunden wirken ganz anders als fünf Drinks in einer Stunde.» Und auch die Art des Alkohols habe einen Einfluss: «Fünf Stangen Bier haben einen anderen Effekt als fünf gut gemischte Gin Tonics.»

Wer vermeiden wolle, dass er die Schwelle zu einem unangenehmen Zustand der Betrunkenheit überschreitet, müsse «den Alkoholkonsum verlangsamen, sobald der gewünschte Zustand erreicht ist – oder gar ganz auf Wasser umsteigen».

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