Kreisgericht St. Gallen – Nach sexuellen Handlungen mit 15-Jähriger – Landesverweise gefordert
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Kreisgericht St. Gallen Nach sexuellen Handlungen mit 15-Jähriger – Landesverweise gefordert

Am Montag stehen drei junge Männer vor dem Kreisgericht St. Gallen, weil sie sexuelle Handlungen mit einem Kind vorgenommen hatten sowie wegen weiterer Delikte.

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Drei junge Männer … 

Drei junge Männer …

20 Minuten
… müssen sich am Montag vor dem Kreisgericht St. Gallen wegen diverser Delikte verantworten. 

… müssen sich am Montag vor dem Kreisgericht St. Gallen wegen diverser Delikte verantworten.

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Darum gehts

  • Drei junge, volljährige Männer hatten einvernehmlichen Geschlechtsverkehr mit einer damals 15-Jährigen.

  • Sie müssen sich deshalb wegen des Delikts «sexuelle Handlungen mit Kindern» vor Gericht verantworten.

  • Zudem haben zwei von ihnen weitere Delikte begangen.

  • So ist einer der Männer wegen Vergewaltigung und gewerbsmässigen Betrugs angeklagt.

  • Ein anderer wegen mehrfacher Pornografie.

  • Allen droht ein Landesverweis von mindestens fünf Jahren sowie weitere Strafen.

Im Herbst 2019 kam es in der Ostschweiz in einem Mietraum in einem mehrstöckigen Gewerbegebäude zu einvernehmlichem Geschlechtsverkehr zwischen einer damals 15-Jährigen und mehreren männlichen Personen, nachdem Alkohol und teilweise Marihuana konsumiert wurde. Drei junge Männer aus Nordmazedonien und dem Kosovo waren zum Zeitpunkt volljährig. Sie wurden deshalb von der Staatsanwaltschaft wegen sexueller Handlungen mit einem Kind angeklagt. Die drei Beschuldigten waren zum Tatzeitpunkt 19 Jahre alt.

Sexuelle Handlungen mit Kindern StGB 187

Im Schweizer Strafgesetzbuch unter Artikel 187 heisst es:

1. Wer mit einem Kind unter 16 Jahren eine sexuelle Handlung vor­nimmt, es zu einer solchen Handlung verleitet oder es in eine sexuelle Handlung einbezieht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft.

2. Die Handlung ist nicht strafbar, wenn der Altersunterschied zwi­schen den Beteiligten nicht mehr als drei Jahre beträgt.

3. Hat der Täter zur Zeit der Tat oder der ersten Tathandlung das 20. Altersjahr noch nicht zurückgelegt und liegen besondere Um­stände vor oder ist die verletzte Person mit ihm die Ehe oder eine eingetragene Partnerschaft eingegangen, so kann die zuständige Behörde von der Strafverfolgung, der Überweisung an das Gericht oder der Bestrafung absehen.

4. Handelte der Täter in der irrigen Vorstellung, das Kind sei min­de­s­tens 16 Jahre alt, hätte er jedoch bei pflichtgemässer Vorsicht den Irrtum vermeiden können, so ist die Strafe Frei­heitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe.

Ecstasy abgegeben, dann vergewaltigt

Den Beschuldigten werden teilweise noch weitere Delikte zur Last gelegt. Einem Nordmazedonier wird neben der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern auch mehrfache Vergewaltigung sowie gewerbsmässiger Betrug, Widerhandlungen gegen das Waffen- sowie Strassenverkehrsgesetz und ausserdem das Verabreichen gesundheitsgefährdeter Stoffe an Kinder vorgeworfen. So soll der heute 21-Jährige der damals 15-Jährigen hochprozentigen Alkohol, Marihuana und Ecstasy zugänglich gemacht haben. Das Ecstasy ist der Teenagerin mindestens einmal schlecht eingefahren. Ihr wurde schlecht und ihr war sehr kalt. Sie legte sich deshalb in einem Hotel ins Bett und unter die Decke. Sie hatte Angst und klar keine Lust auf Geschlechtsverkehr. Dennoch begann der Beschuldigte, das Mädchen zu küssen. Es wies den jungen Mann an, von ihr abzulassen. Doch das tat dieser nicht, auch nicht, als er von der 15-Jährigen gekickt wurde. Schliesslich kam es zum Geschlechtsverkehr, obwohl das Mädchen zuvor klar machte, dass sie das nicht wolle.

Derselbe Beschuldigte bot auf Internetmarktplätzen in mindestens zwanzig Fällen Airpods zum Verkauf an, die er jedoch nie lieferte. Die Staatsanwaltschaft fordert für den Nordmazedonier für seine Vergehen, unter anderem mehrfache Vergewaltigung, mehrfache sexuelle Handlungen mit Kinder und gewerbsmässigem Betrug, eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 36 Monaten, wovon acht abzusitzen wären. Zudem eine bedingte Gesamtgeldstrafe von 180 Tagessätzen zu je 30 Franken. Der Nordmazedonier soll die Schweiz für sieben Jahre verlassen müssen. Ausserdem wird ein Verbot für Tätigkeiten mit Kindern gefordert.

Handy voller Pornografie

Ein zweiter Beschuldigter wurden neben den sexuellen Handlungen mit Kindern auch wegen mehrfacher Pornografie und Gewaltdarstellung angeklagt. Auf seinem Handy stellen Ermittelnde rund 20 Videos mit verbotenem Inhalt fest. Die Staatsanwaltschaft fordert für den Kosovaren eine bedingte Freiheitsstrafe von 15 Monaten sowie eine bedingte Gesamtgeldstrafe von 130 Tagessätzen zu je 30 Franken. Zudem wird ein Landesverweis für fünf Jahre und ein Tätigkeitsverbot verlangt.

Dem dritten Beschuldigten werden neben den sexuellen Handlungen mit Kindern keine weitere Taten vorgeworfen. Für den heute 21-jährigen Nordmazedonier werden eine bedingte Freiheitsstrafe von neun Monaten sowie ein Landesverweis von fünf Jahren und ein Tätigkeitsverbot gefordert.

Der Prozess findet am Montag vor dem Kreisgereicht St. Gallen statt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Bist du minderjährig und von sexualisierter Gewalt betroffen? Oder kennst du ein Kind, das sexualisierte Gewalt erlebt?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Kokon, Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Castagna, Beratungsstelle bei sexueller Gewalt im Kindes- und Jugendalter

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Bist du selbst pädophil und möchtest nicht straffällig werden? Hilfe erhältst du bei Forio und bei den UPK Basel.

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(jeb)

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