Nach SPD-Wahlschlappe: Lafontaine verlässt Partei

Aktualisiert

Nach SPD-Wahlschlappe: Lafontaine verlässt Partei

Oskar Lafontaine (61), der einstige Superstar der SPD, verlässt die deutschen Sozialdemokraten nach 39 Jahren Parteimitgliedschaft.

Er bereitete einst den Wahlsieg für Gerhard Schröder vor. Wenig später, im März 1999, trat Oskar Lafontaine nach einem Zerwürfnis mit Kanzler Schröder als Bundesfinanzminister und SPD-Chef zurück. Jetzt kehrt er den Sozialdemokraten ganz den Rücken: Gestern kündigte Lafontaine seinen Austritt aus der Partei an, den er mit der Arbeitsmarktreform der Regierung begründet.

Nach der SPD-Wahlschlappe in Nordrhein-Westfalen und der Ankündigung vorgezogener Wahlen im Herbst bebt die deutsche Polit-Landschaft. Bundeskanzler Gerhard Schröder gab gestern bekannt, dass er ohne klare Koalitionszusage zugunsten der Grünen in den Wahlkampf ziehen will.

Derweil hat seine wahrscheinliche Herausforderin, CDU-Chefin Angela Merkel, laut «Stern» für den Fall eines Siegs schon ein Kabinett
zusammengestellt: CSU-Chef Edmund Stoiber soll ein neues Superministerium für Wirtschaft und Finanzen leiten. FDP-Parteichef Guido Westerwelle soll Innenminister werden.

In Umfragen liegen CDU/CSU und FDP mit 54 Prozent klar vorne. Nur 36 Prozent könnten sich für Rot-Grün erwärmen.

Deine Meinung