Filmbusiness: Nach «Tatort»-Aus will Luzern jetzt ins Kino
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FilmbusinessNach «Tatort»-Aus will Luzern jetzt ins Kino

Der Wegzug des «Tatorts» liess die Luzerner trauern. Nun will man die Chance nutzen: Eine neue TV-Serie soll Luzern erhalten – und einen international erfolgreichen Kinofilm will man auch.

von
gwa/dag
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Der Luzerner Stadtrat hat zum Ziel, dass die Stadt Luzern zur Kulisse von grossen Kino-Filmen wird.

Der Luzerner Stadtrat hat zum Ziel, dass die Stadt Luzern zur Kulisse von grossen Kino-Filmen wird.

Keystone/Urs Flueeler
Ziel sei es, dass die Filmlocation Lucerne, die seit 2010 Standortmarketing für die Stadt und die Region betreibt und Film- und Fernsehcrews bei Dreharbeiten unterstützt, eine neue TV-Serie lanciert und einen international erfolgreichen Kinofilm nach Luzern holt.

Ziel sei es, dass die Filmlocation Lucerne, die seit 2010 Standortmarketing für die Stadt und die Region betreibt und Film- und Fernsehcrews bei Dreharbeiten unterstützt, eine neue TV-Serie lanciert und einen international erfolgreichen Kinofilm nach Luzern holt.

Keystone/Urs Flueeler
Von der Filmlocation Lucerne betreut wurden in den letzten Jahren auch die Macher des Luzerner «Tatorts». (Im Bild: Schauspieler Stefan Gubser als «Tatort»-Kommissar Reto Flückiger)

Von der Filmlocation Lucerne betreut wurden in den letzten Jahren auch die Macher des Luzerner «Tatorts». (Im Bild: Schauspieler Stefan Gubser als «Tatort»-Kommissar Reto Flückiger)

Keystone/Urs Flueeler

Momentan laufen die Arbeiten an der letzten «Tatort»-Folge aus Luzern. Bald wird das Luzerner Ermittlerduo Ritschard und Flückiger im letzten Fall ermitteln, ein neues Duo wird künftig in Zürich unterwegs sein.

Bei Luzernern hat das Aus für traurige Gesichter gesorgt. Der Luzerner Stadtrat sieht das Ende der TV-Produktion jedoch als Chance, wie er in seiner Antwort auf einen Vorstoss der CVP schreibt: Diese wollte nämlich wissen, wie es nach der Einstellung des «Tatorts» mit der Filmlocation Lucerne weitergeht, die seit 2010 Standortmarketing für die Stadt und die Region betreibt und Film- und Fernsehcrews bei Dreharbeiten unterstützt.

Dank ‹Tatort› konnte Netzwerk ausgebaut werden

Zwar ist der Wegzug der Serie laut Stadtrat «zu bedauern», die Arbeiten an den 17 Episoden jedoch «gaben dem Verein und der Filmlocation die Chance, Know-how und ein Netzwerk in der Film- und TV-Branche aufzubauen». Dazu gehörten Produzenten, Regisseure, Schauspieler und andere Filmspezialisten. Durch den Wegzug stehen nun «Ressourcen zur Verfügung, die vorher für den ‹Tatort› reserviert waren.»

Für die Stadt ist daher klar: «Der Wegzug des Tatorts ist daher als Chance zu sehen, sich vermehrt für internationale Kinoproduktionen einsetzen zu können. Diese haben einen höheren Wirkungsgrad als TV-Serien im deutschen Sprachraum.»

Künftig solle die Organisation Filmlocation Luzern-Zentralschweiz heissen. Ziel sei einerseits die Lancierung einer TV-Serie, andererseits will die Filmlocation eine «international erfolgreiche Kinoproduktion» nach Luzern holen. «Für beide Ansätze bestehen vielversprechende Kontakte», schreibt der Sadtrat weiter.

Ideen-Dossier wird erarbeitet

Laut Niklaus Zeier, Chef Kommunikation bei der Stadt Luzern sei zwar noch nichts konkret, doch es sehe gut aus, dass sich 2019 einiges ergeben könnte: «Bereits im nächsten Monat stehen weitere Gespräche und Begehungen mit Produktionsgesellschaften an.» Ein wichtiges Ziel sei, das bestehende Netzwerk weiter auszubauen.

Die Stadt Luzern und die Zentralschweiz habe ein Interesse daran, dass in den Filmen die Standorte der Drehs gezeigt würden. So sei etwa der Bürgenstock Resort daran interessiert an die glanzvollen früheren Zeiten anzuknüpfen, als sich die Stars wie etwa Audrey Hepburn oder Sophia Loren dort die Klinke in die Hand gaben.

Zum Ziel soll laut Zeier die Suche nach gewünschten Locations führen. Ausserdem biete die Filmlocation Luzern-Zentralschweiz einen guten Service für die Filmemacher. Doch damit nicht genug: «Wir erarbeiten ein Ideen-Dossier für Filmideen, wie etwa die Geschichte des Hammetschwand-Lifts oder des Hotel Palace», sagt Zeier weiter. Dieses wurde vom Schweizer Hotelpionier Franz Josef Bucher-Durrer erbaut. Seine damalige Schweizerische Hotelgesellschaft, war zu ihrer Zeit weltweit das grösste Hotelunternehmen.

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