Arosa: Nach Tod von Napa kommt geretteter Zirkusbär ins Bärenland
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ArosaNach Tod von Napa kommt geretteter Zirkusbär ins Bärenland

Jambolina heisst die neue Bärin in Arosa. Sie wurde in der Ukraine aus einem winzigen Käfig befreit und kommt in den nächsten Tagen an. Das Bärenland musste kürzlich den Verlust von Napa hinnehmen.

von
Michel Eggimann
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Die Braunbärin Jambolina wurde in der Ukraine aus einem kleinen Käfig befreit.

Die Braunbärin Jambolina wurde in der Ukraine aus einem kleinen Käfig befreit.

Foto: FOUR PAWS / Svetlana Dmitrenko
Die 11-jährige Braunbärin war eine Attraktion im Zirkus.

Die 11-jährige Braunbärin war eine Attraktion im Zirkus.

FOUR PAWS / Svetlana Dmitrenko
Nun suchte ihr Besitzer aber nach einer neuen Bleibe für Jambolina

Nun suchte ihr Besitzer aber nach einer neuen Bleibe für Jambolina

FOUR PAWS / Svetlana Dmitrenko

Darum gehts

  • Die Braunbärin Jambolina zieht ins Arosa Bärenland ein.

  • Sie wurde aus einem winzigen Käfig in der Ukraine befreit.

  • Jambolina wird in den nächsten Tagen im Bündnerland erwartet.

  • Erst kürzlich verlor das Bärenland mit Napa seinen ersten Bewohner.

Laut den Informationen und Auskünften des Halters wurde die Bärin namens Jambolina im Januar 2009 in einem Zoo auf der Krim geboren. Nur wenige Wochen nach ihrer Geburt wurde sie dann gemäss seinen Aussagen von ihm gekauft und als Zirkusbär trainiert, wie das Arosa Bärenland mitteilt. Jambolina trat bis zum März 2020 als Attraktion in Zirkussen auf, überwiegend in der Ukraine, aber auch im Ausland.

Wegen der Corona-Restriktionen und der Absagen vieler öffentlicher Veranstaltungen konnte der Halter mit der Braunbärin ab März 2020 nicht mehr auftreten. Seitdem wird das Wildtier laut der Mitteilung in einer nur wenige Quadratmeter grossen Transportkiste aus Metall gehalten. Diese befinde sich in der Garage ihres Halters. In der Kiste kann sich die Bärin kaum bewegen und auch nicht aufrecht stehen, wie Bilder zeigen. Der Besitzer sei sich bewusst, dass die Haltung der Bärin nicht artgemäss sei, und da er künftig auch nicht mehr als Tiertrainer arbeiten möchte, suchte er nach einer Lösung für das Tier.

Jambolina folgt auf Napa

Auch in der Ukraine gibt es ein Bärenschutzzentrum wie das Arosa Bärenland. Dieses sei jedoch voll ausgelastet und habe aktuell keinen Platz. So hat die Tierschutzorganisation Vier Pfoten einen Platz im Ausland gesucht. Fündig wurde man in der Schweiz.

Vier Pfoten übernimmt die Rettung der Braunbärin und plant, sie bereits in den nächsten zehn Tagen ins Bündner Bärenland zu überführen. Dort hat es noch Platz für weitere Bären. Erst kürzlich ist dort Napa verstorben. Er war der erste Bär in Arosa. Nach einer mehrmonatigen Krankheit musste Napa von seinen Leiden befreit werden.

Das war Napas Leben in Arosa.

Foto: 20 Minuten

Ausnahme für Transport von Jambolina

Wie das Bärenland mitteilt, ist der Transport von Jambolina in die Schweiz keine Selbstverständlichkeit. Die aktuell angespannte Situation durch Covid-19 mache Rettungsaktionen und die damit verbundenen Wildtiertransporte noch aufwendiger in Organisation und Durchführung. Damit Mensch und Tier gleichermassen geschützt seien, müssten zusätzliche Vorsichtsmassnahmen getroffen werden, die den logistischen Aufwand erhöhten.

Aufgrund der fehlenden Kapazitäten im ukrainischen Bärenschutzzentrum und Jambolinas Notlage hat sich das Team von Vier Pfoten und vom Arosa Bärenland dennoch entschlossen, hier eine Ausnahme zu machen und einen Transfer der Braunbärin vorzubereiten. Im Bärenland trifft der ehemalige Zirkusbär auf Amelia und Meimo.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Tierschutz Schweiz (anonym möglich)

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