Nach Todesfällen von Jugendlichen – Tiktok will Nutzer besser schützen
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Neue TechnologieNach Todesfällen von Jugendlichen – Tiktok will Nutzer besser schützen

Strangulierte Zwölfjährige und ein Neunjähriger, der einen Teil seines Darms verliert – immer wieder werden Fälle bekannt, bei welchen sich Jugendliche wegen Tiktok-Challenges in Lebensgefahr begeben. Nun will das Unternehmen handeln.

von
Dominique Zeier
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Auf Tiktok gehen immer wieder Challenges viral.

Auf Tiktok gehen immer wieder Challenges viral.

20min/Michael Scherrer
Viele davon sind harmlos. 

Viele davon sind harmlos.

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Einige können aber gefährlich für die Gesundheit oder sogar lebensgefährlich werden. 

Einige können aber gefährlich für die Gesundheit oder sogar lebensgefährlich werden.

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Darum gehts

  • Immer wieder werden Fälle von Jugendlichen bekannt, die wegen Tiktok-Challenges ihr Leben verloren haben oder schwer verletzt wurden.

  • Nun will das Unternehmen einschreiten.

  • Um abzuschätzen, wie man dabei am besten vorgehen sollte, hat Tiktok eine globale Studie durchführen lassen.

  • Jetzt führt es neue Regelungen und Technologien ein.

Auf Tiktok gehen immer wieder Challenges viral, die lebensgefährlich sein können. So starb im Januar dieses Jahres ein zehnjähriges Mädchen in Italien an der Blackout Challenge, bei welcher sich die Teilnehmenden einen Gürtel um den Hals schnallen. Einen Monat später kam es in Kanada zu einem Todesfall. Im April erlitt ein zwölfjähriger Junge in den USA den Hirntod, weil er sich ebenfalls für Tiktok selbst stranguliert hatte. Und im September musste sich ein Neunjähriger in Schottland einer Notoperation unterziehen und verlor einen grossen Teil seines Darms, weil er aufgrund einer Tiktok-Challenge Mini-Magnete verschluckt hatte.

Auch Tiktok selbst hat mittlerweile das Risiko, das von solchen Challenges ausgeht, erkannt. Diese rechtzeitig zu stoppen oder gegen deren Verbreitung vorzugehen, ist aber äusserst schwierig. Um besser zu verstehen, wie junge Menschen mit potenziell gefährlichen Challenges oder Hoaxes in Berührung kommen, hat das Unternehmen deshalb eine weltweite Studie gestartet, wie es in einem Blogbeitrag kommuniziert. «Obwohl dieses Thema nicht auf Tiktok als Plattform beschränkt ist, verstehen wir die Herausforderungen und Sorgen, die solche Inhalte mit sich bringen. Deshalb war es uns ein besonderes Anliegen, mehr über derartige Tendenzen herauszufinden», schreibt das Unternehmen.

Austausch unter Freunden

Zu diesem Zweck wurden mehr als 10’000 Teenagerinnen und Teenager, Lehrpersonen und Eltern aus Argentinien, Australien, Brasilien, Deutschland, Italien, Indonesien, Mexiko, Grossbritannien, den USA und Vietnam befragt. Ausserdem hat Tiktok für die Studie mit der unabhängigen Agentur Praesidio Safeguarding zusammengearbeitet und ein Gremium aus zwölf Jugendschutzexpertinnen und -Experten aus der ganzen Welt einberufen.

In der Studie zeigt sich, dass die meisten Challenges auf Tiktok auf Spass ausgelegt und ungefährlich sind. Nur 0,3 Prozent aller Befragten gaben an, schon einmal an einer Challenge teilgenommen zu haben, die ihnen gefährlich vorkam. Rund ein Drittel der Jugendlichen hatte allerdings bereits Tiktok-Videos angeschaut, die ein gewisses Risiko beinhalteten.

Die Forschenden geben an, dass die Jugendlichen bereits über gewisse Tools verfügen, um die Risiken und Gefahren einer Challenge abzuschätzen. So geben die Teilnehmenden beispielsweise an, erst andere Videos von Menschen, die bereits an der Challenge teilgenommen haben, anzuschauen und die Kommentare zu den Clips zu lesen. Ausserdem würden sie mit Freundinnen und Freunden darüber sprechen.

Mehr Info-Material

Tiktok hat sich den Bericht der Forschenden zu Herzen genommen und mehrere Massnahmen eingeführt, die die Sicherheit auf der Plattform verbessern sollen. Dazu gehöre auch die Löschung von Falschmeldungen. «Wir arbeiten daran, Hoaxes zu entfernen und deren Verbreitung einzudämmen, um die Community dauerhaft zu schützen, da diese Falschmeldungen von einigen Nutzer*innen als wahr angesehen werden.»

Ausserdem habe man Technologien entwickelt, die Alarm schlagen, wenn sich unter einem bestimmen Hashtag plötzlich andersartige oder gefährdende Inhalte sammeln. Noch viel wichtiger sei allerdings die Information der Nutzerinnen und Nutzer: «Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus unserer Studie ist, dass sowohl Teenager*innen als auch Eltern und Pädagog*innen bessere Informationen über Challenges und Hoaxes benötigen, um adäquat mit ihnen umzugehen. Deshalb haben wir mit Expert*innen daran gearbeitet, neues Info-Material für unser Sicherheitszentrum zusammenzustellen.» Das Unternehmen versichert, dass man auch weiterhin daran arbeiten werde, die Plattform so sicher wie möglich zu machen.

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