Kiki Bertens: Nach Tumor und Depressionen der Erfolg
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Kiki BertensNach Tumor und Depressionen der Erfolg

Kiki Bertens ist eine Kämpferin – auf und neben dem Court. Die Holländerin ist am French Open die Viertelfinal-Gegnerin von Timea Bacsinszky.

von
hua
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Kiki Bertens hat keine einfachen Zeiten hinter sich: Der Holländerin wurde 2014 ein Tumor diagnostiziert, in der Folge litt sie an Depressionen.

Kiki Bertens hat keine einfachen Zeiten hinter sich: Der Holländerin wurde 2014 ein Tumor diagnostiziert, in der Folge litt sie an Depressionen.

epa/Caroline Blumberg
Nun hat sie alles überstanden und spielt Tennis - viel Tennis. Und sie gewinnt.

Nun hat sie alles überstanden und spielt Tennis - viel Tennis. Und sie gewinnt.

/Julian Finney
Im French-Open-Achtelfinal schlug Bertens, die Nummer 58 der Welt, Madison Keys 7:6, 6:3. Die Amerikanerin ist die Weltnummer 17.

Im French-Open-Achtelfinal schlug Bertens, die Nummer 58 der Welt, Madison Keys 7:6, 6:3. Die Amerikanerin ist die Weltnummer 17.

/Julian Finney

Paris, Paris, immer wieder Paris. In Kiki Bertens Lebensgeschichte ist die französische Hauptstadt Mittelpunkt, Jahr um Jahr. Es begann vor zwei Jahren, kurz vor Beginn des French Open. Die Holländerin erhielt die Diagnose «Tumor an der Schilddrüse». Ein Schock für die damals 22-Jährige, die Nummer 148 der Welt. Hinderte sie nun diese Information an ihrer Leistung?

Keineswegs. Bertens spielte sich in Roland Garros 2014 bis in den Achtelfinal, wo sie an der Deutschen Andrea Petkovic scheiterte. Nun erst folgten die wirklich schweren Zeiten. Die Holländerin rutschte in eine Depression, konnte kaum schlafen. Da sie überzeugt war, an Krebs erkrankt zu sein, suchte sie Arzt um Arzt auf – ein ganzes Jahr lang. Erneut kurz vor Roland Garros fand sie in den USA einen Spezialisten. Dieser stellte eine überraschende Diagnose: Der Tumor war gutartig, nicht bösartig.

Nun gegen Bacsinszky

Eine wunderschöne Nachricht, die Bertens eigentlich hätte beflügeln sollen. Dem war nicht so, am French Open 2015 scheiterte sie in der Startrunde. An der darauffolgenden Pressekonferenz brach sie in Tränen aus. Sie weinte nicht wegen ihrer Niederlage, sondern vor Glück. Zuvor hatte sie nie über ihr schweres Schicksal berichtet.

Heute folgt das Duell mit Timea Bacsinszky (live bei uns im Ticker ab 15 Uhr) im Viertelfinal des French Open – was für eine Geschichte. «Eine grossartige Spielerin», lobt Bertens die Schweizerin gegenüber Sueddeutsche.de. Dabei lenkt sie von ihrer unglaublichen Leistung ab. In den vergangenen Wochen und Monaten stand die aktuelle Weltnummer 58 beinahe unaufhörlich auf dem Tennisplatz.

Zum Glück regnete es zwei Tage

Da sie in der Weltrangliste weit abgerutscht war, musste sie in diesem Jahr bei acht Turnieren die Qualifikation bestreiten. Der Erfolg stellte sich kurz vor Roland Garros ein: Bertens gewann das Turnier in Nürnberg – als Qualifikantin. Am gleichen Turnier triumphierte die 24-Jährige zudem im Doppel. Gegen Bacsinszky bestreitet Bertens bereits das 50. Einzel in diesem Jahr. «Die zwei Tage Regen haben ganz gut getan, mein Körper war ganz wund vom vielen Tennis in den letzten Tagen.» Immerhin eine Person, die dem schlechten Wetter etwas Positives abgewinnen konnte.

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