Färöer-Inseln - Nach über 1400 getöteten Delfinen und viel Kritik schaltet sich jetzt die Regierung ein
Publiziert

Färöer-InselnNach über 1400 getöteten Delfinen und viel Kritik schaltet sich jetzt die Regierung ein

Nachdem auf den Färöer Inseln massenhaft Delfine getötet wurden, gab es international heftige Kritik. Jetzt will die Regierung eingreifen.

1 / 6
Die Delfine werden mit Motorbooten in eine Bucht getrieben, aus der es kein Entkommen gibt.

Die Delfine werden mit Motorbooten in eine Bucht getrieben, aus der es kein Entkommen gibt.

Facebook/ Sea Shepherd Faroe Island Campaign
20 Minuten
Am Strand werden die Tiere mit Messern, Harpunen und Hacken getötet.

Am Strand werden die Tiere mit Messern, Harpunen und Hacken getötet.

Facebook/ Sea Shepherd Faroe Island Campaign

Darum gehts

  • Delfine werden auf den Färöer-Inseln aus Tradition getötet.

  • Die Jagd auf die Meeressäuger nennt sich «Grindadrap».

  • Die Zahl von über 1400 getöteten Delfinen ist aussergewöhnlich hoch.

Das Bild, das sich Jahr für Jahr in den Buchten rund um die Färöer-Inseln zeigt, ist nichts für Zartbesaitete. Delfine werden aus Tradition getötet. Dies sorgte erst kürzlich für internationale Kritik. Denn nach einer aus den Fugen geratenen Delfinjagd mit insgesamt 1428 getöteten Delfinen will die dortige Regierung die Praxis auf den Prüfstand stellen.

Die Situation bei der Jagd vergangenen Sonntag sei wegen der erheblichen Grösse der in die Enge getriebenen Delfinschule aussergewöhnlich gewesen, schrieb Regierungschef Bárður á Steig Nielsen am Donnerstag in einer Mitteilung auf der Regierungswebseite. Trotzdem werfe der Vorgang Fragen auf hinsichtlich der Zahl der Delfine, die bei einer einzigen Jagd getötet werden sollten, sowie im Bezug auf die Jagdmethoden.

Jagd auf Weissseitendelfine nicht so traditionell wie auf Grindelwale

Die Jagd auf die Meeressäuger wird «Grindadrap» bezeichnet und seit Jahrhunderten auf den zum dänischen Königreich zählenden, aber weitgehend autonomen Inseln im Nordatlantik betrieben. Laut färöischen Zählungen wurden 2020 insgesamt 576 Grindwale sowie 35 Weissseitendelfine getötet. Die Zahl von über 1400 getöteten Delfinen ist also aussergewöhnlich hoch.

Die Jagd auf Weissseitendelfine sei nicht im selben Masse in der Tradition der Färöer-Inseln verwurzelt wie die auf Grindwale und habe nicht dieselbe kulturelle Legitimation, so der Regierungschef. Er fügte hinzu: «Wir nehmen diese Angelegenheit sehr ernst. Obwohl diese Jagden als nachhaltig gelten, werden wir uns die Delfinjagden und welchen Platz sie in der Gesellschaft der Färöer spielen sollten, sehr genau anschauen.»

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

(dpa/fos)

Deine Meinung

6 Kommentare