Dänemark dementiert Gerüchte über FIFA-Austritt

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WM 2022Tritt Dänemark wegen «One Love»-Streit aus der Fifa aus? Verband dementiert

In der Debatte um die «One Love»-Aktion an der WM wird es nicht ruhig. Am Mittwoch hiess es, dass sich Dänemark überlegt aus der Fifa auszutreten. Nun spricht ein Sprecher des Verbands Klartext. 

von
Florian Gnägi
Nils Hänggi

Dänen-Keeper Kaspar Schmeichel parierte gegen Tunesien stark.

SRF

Darum gehts

Wegen angekündigter Strafen der Fifa verzichtet Granit Xhaka wie auch die Captains von anderen Nationalteams darauf, bei der WM mit einer farbigen Binde aufzulaufen. Deutschland, die Niederlande, England und Co. planten wie die Schweizer Nati, mit einer «One Love»-Binde zu spielen. Wegen des massiven Drucks des Weltverbandes lassen sie dies nun sein. Auch die Dänen planten, sich an der «One Love»-Aktion zu beteiligen, und sind nun stinksauer über das Verbot der Fifa.

So heisst es am Mittwochabend, dass die Führung des dänischen Fussballverbandes darüber nachdenkt, aus der Fifa auszutreten. «Ich habe darüber wieder nachgedacht. Ich kann mir vorstellen, dass es Herausforderungen geben könnte, wenn Dänemark allein aussteigt», erklärt der dänische Verbandspräsident Jesper Möller am Mittwoch an einer Pressekonferenz, die kurzfristig wegen der Binden-Debatte einberufen wurde.

Keine dänische Unterstützung für Infantino

Der 59-Jährige nennt das Verhalten der Fifa «völlig inakzeptabel» und meint weiter: «Aber mal sehen, ob wir nicht Gespräche führen können. Ich muss über die Frage nachdenken, wie ich das Vertrauen in die Fifa wiederherstellen kann. Wir müssen bewerten, was passiert ist, und dann müssen wir eine Strategie entwickeln.»

Aber tritt Dänemark wirklich aus der Fifa aus? Wohl nicht. So meint der Mediensprecher des dänischen Verbandes am Donnerstag gegenüber Reuters: «Einige Medien haben fälschlicherweise verstanden, dass der DBU aus der Fifa austreten werde.» Das stimme aber nicht. Und weiter: «Wir sind kritisch und unzufrieden und werden nicht für Infantino stimmen. Weitere Aktionen werden wir mit unseren nordischen und europäischen Kollegen diskutieren.»

Deutsche ziehen Fifa vor Gericht

Vor den Äusserungen vonseiten des dänischen Verbandes kam bereits heraus, dass der deutsche Fussballbund DFB rechtliche Schritte gegen das «One Love»-Verbot einleiten wird. Die deutschen Spieler hielten sich zudem vor dem Spiel gegen Japan den Mund zu als Protestzeichen. Nati-Captain Granit Xhaka und Trainer Murat Yakin schwiegen derweil an der Pressekonferenz am Mittwoch vor dem Kamerun-Spiel zu der Thematik. Jetzt gehe es um Fussball und man wolle in Doha grosse Ziele erreichen, hiess es von den Schweizer Vertretern. 

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