Basel – Nach Vergewaltigung – sind Fotos und Kontaktdaten des Täters bekannt?
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BaselNach Vergewaltigung – sind Fotos und Kontaktdaten des Täters bekannt?

Eine junge Frau wurde in Basel nach einem Clubbesuch am Freitag vergewaltigt. Die Kontaktangaben des mutmasslichen Täters liegen der Staatsanwaltschaft wohl bereits vor. Auf Social Media ist bereits eine Hetzjagd im Gang.

von
Jeanne Dutoit
Lukas Hausendorf
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Am frühen Freitagmorgen, kurz vor 04.00 Uhr, wurde in der Fussgängerunterführung beim Lohweg eine junge Frau Opfer eines Sexualdelikts.

Am frühen Freitagmorgen, kurz vor 04.00 Uhr, wurde in der Fussgängerunterführung beim Lohweg eine junge Frau Opfer eines Sexualdelikts.

20 Minuten
Laut Staatsanwaltschaft war die «jugendliche Frau» mit einer Freundin in einem nahen Nachtclub zum Tanzen.

Laut Staatsanwaltschaft war die «jugendliche Frau» mit einer Freundin in einem nahen Nachtclub zum Tanzen.

20 Minuten
Er bedrängte und vergewaltigte sie in der Unterführung trotz Gegenwehr.

Er bedrängte und vergewaltigte sie in der Unterführung trotz Gegenwehr.

20 Minuten

Darum gehts

  • Am frühen Freitagmorgen wurde in Basel eine junge Frau auf dem Nachhauseweg vergewaltigt.

  • Sie traf den Täter zuvor schon in einem Club an einer Studentenparty, wo sie ihn abgewiesen hatte.

  • Bilder und Kontaktdaten des Täters dürften inzwischen bei der Staatsanwaltschaft sein.

In der Nacht auf Freitag wurde eine junge Frau von einem Mann vergewaltigt. Sie lernte den Täter in einem Club kennen. Dort hatte sie ihn abgewiesen. Gegen 04.00 Uhr verliess sie das Lokal. Er verfolgte die «jugendliche Frau» und vergewaltigte sie in der «nahen» Fussgängerunterführung beim Lohweg, wie die Basler Staatsanwaltschaft kommunizierte.

Laut Täterbeschrieb handelte es sich um einen Mann um die 21 bis 22 Jahre. Er ist ca. 175 cm gross und von weisser Hautfarbe. Er sprach Englisch und hatte eine gepflegte Erscheinung. Seine Haltung war aufrecht und sein Auftreten sicher. Der Unbekannte hatte kurze, seitlich geschnittene Haare und er trug eine Brille. Ob der Mann bereits gefasst werden konnte, lässt die Staatsanwaltschaft unkommentiert. «Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Wir können deshalb, gestützt auf das Amts- und Untersuchungsgeheimnis sowie die Bestimmungen der Strafprozessordnung, keine weiteren Auskünfte geben», so die Staatsanwaltschaft.

Recherchen von 20 Minuten zeigen, dass Opfer und Täter im Balz Klub aufeinandertrafen. Am Donnerstag finden in der Örtlichkeit jeweils beliebte Studentenpartys statt. Mit gültiger Legi oder gleichwertigem Studentenausweis ist der Eintritt frei.

Keine Partyfotos von Tatnacht

Der Staatsanwaltschaft liegen allenfalls bereits Fotos des Täters vor. Denn: Partyfotografen knipsen an den Studenten-Anlässen jeweils die Gäste. An den Partys wird viel fotografiert, wie ein Blick auf die Website und die sozialen Medien zeigt. Die Bilder werden jeweils kurz darauf veröffentlicht. Auch eine Fotobox, in der die Feiernden selbst den Auslöser betätigen können, ist beliebt. Vom Abend der Tat, dem 28. Oktober, wurden bis jetzt keine Bilder des Abends publiziert. Diese liegen wohl bereits auf dem Tisch der Staatsanwaltschaft. Dass der Täter auf einem der Fotos zu sehen ist, ist gut möglich.

Aufgrund der Corona-Verordnungen müssen die Clubs die Kontaktdaten ihrer Gästen erheben. «Die Kontaktdaten müssen zwecks Identifizierung und Benachrichtigung ansteckungsverdächtiger Personen der zuständigen kantonalen Stelle auf deren Anfrage hin unverzüglich in elektronischer Form weitergeleitet werden», heisst es in der Verordnung. Der Balz Klub erfasst beim Eintritt die Telefonnummern der Besucherinnen und Besucher. Ob diese Daten für die Aufklärung des Verbrechens ausgewertet werden können, konnte die Staatsanwaltschaft am Montag noch nicht beantworten.

Jagd auf Social Media

Derweil kursiert auf Social Media bereits ein Foto eines jungen Mannes, der der Tat bezichtigt wird. Es wird dazu aufgerufen, das Bild zu teilen, damit er «ertappt» werde. «Wir raten dringend von so etwas ab», sagt Martin Schütz, Sprecher der Staatsanwaltschaft. «Die Fahndung ist Sache der Strafverfolgungsbehörden», hält er fest und warnt: «Wer dies verantwortet, kann auch rechtlich dafür belangt werden, falls deshalb etwas Widerrechtliches passiert.»

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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