Umwelt : Nach Vettel-Rücktritt – so ökologisch ist die Formel 1 wirklich 

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Umwelt Nach Vettel-Rücktritt – so ökologisch ist die Formel 1 wirklich 

Sebastian Vettel verabschiedet sich nach der Saison aus der Formel 1. Neben seiner Familie gilt der Klimawandel als grösster Treiber dieser Entscheidung. Doch wie umweltschädlich ist der Rennsport wirklich? 

von
Sven Forster

Ende Jahr ist Schluss: Sebastian Vettel beendet seine Karriere.

Instagram

Darum gehts 

  • Sebastian Vettel prangert immer wieder Umweltsünden an. 

  • Nun hat er sich aus dem Formel-1-Zirkus zurückgezogen. Er selbst bezeichnet sich als «keinen Heiligen». 

  • Doch wie schädlich ist die Rennserie fürs Klima?

Sebastian Vettel hat genug. Nach dieser Saison beendet einer der erfolgreichsten Formel-1-Fahrer der Geschichte seine Karriere. In einem langen Instagram-Video gab er seine Entscheidung bekannt. Die Familie ist wichtiger geworden. Dazu kommt auch seine Liebe zur Natur. «Formel-1-Fahrer zu sein, bringt Dinge mit sich, die mir nicht mehr gefallen», so Vettel. Damit spricht er wohl den Klimawandel an. Seit längerem beschäftigt er sich mit Umweltbelangen, er wurde neben Lewis Hamilton zum politischen Anführer und moralischen Wegweiser.

Vettel wurde für seine Klimaproteste auch immer wieder kritisiert und zum Heuchler erklärt. Schliesslich fahre er ja in der Formel 1. Im Februar erklärte Vettel noch in einem Interview mit der BBC: «Ich bin kein Heiliger. Es ist meine Leidenschaft, ein Rennauto zu fahren.» Er meinte aber auch: «Jedes Mal, wenn ich in ein Cockpit steige, liebe ich es. Aber wenn ich aussteige, denke ich selbst natürlich auch: Sollten wir das wirklich tun, die Welt bereisen und Ressourcen verschwenden? Aber wir sorgen ja auch für Unterhaltung.» 

«Riesiger Wanderzirkus» 

Die Kritik an der Formel 1 ist immer ähnlich. 20 Autos fahren einfach im Kreis und schleudern Abgase in die Luft. Doch wie schädlich ist die Rennserie wirklich? Die Formel 1 verteidigt sich mit ihren Klimazielen. Bis 2030 will man die Rennen klimaneutral austragen und so deutlich nachhaltiger sein. Nach eigenen Angaben habe man in der Saison 2019 rund 256’551 Tonnen CO2 in die Atmosphäre verblasen. 

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Sebastian Vettel sagt am Ende der Saison Adieu.

Sebastian Vettel sagt am Ende der Saison Adieu.

Getty Images
2013 wird er der jüngste Vierfach-Weltmeister aller Zeiten.

2013 wird er der jüngste Vierfach-Weltmeister aller Zeiten.

AFP
Seine Karriere startete er 2006 als Testfahrer bei BMW-Sauber.

Seine Karriere startete er 2006 als Testfahrer bei BMW-Sauber.

imago images/Motorsport Images

Der grösste Teil stammt jedoch nicht vom Rennen selbst. Die Nachhaltigkeits-Strategie zeigt: Nur 0,7 Prozent der Emissionen stammen vom Rennwochenende selber. Den grössten Anteil machen die Logistik und auch das Reisen der Angestellten der Teams aus. Über 70 Prozent soll dieser Anteil betragen. Kein Wunder, sagte ein Klimaexperte im Jahr 2019 dem Deutschlandfunk: «Am Ende ist es ein riesiger Wanderzirkus.» 

2 Millionen Tonnen Emission in Russland

Übrigens: Trotz der grossen Zahl ist die Formel 1 definitiv nicht an der Spitze des CO2-Verbrauchs. Die Fussballweltmeisterschaft in Russland 2018 setzte 2,1 Millionen Tonnen CO2 frei. Eine WM setzt also fast achtmal so viel CO2 frei wie eine gesamte Formel-1-Saison. An der WM 2022 in Katar soll das aber anders werden. Man spricht von einer «grünen Weltmeisterschaft». 

Aber zurück zur Formel 1. Der Weg bis zur Klimaneutralität ist noch lang. Auch deshalb sagt Vettel in seinem Statement, dass der Wille für Veränderung viel stärker werden müsse und bereits heute zum Handeln führen solle. «Reden reicht nicht mehr aus und wir können es uns nicht leisten, zu warten», sagt Vettel weiter. Es gebe keine Alternative, das Rennen habe bereits begonnen. 

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