Drohnen als Geschenk: Nach Weihnachten summt es am Schweizer Himmel

Aktualisiert

Drohnen als GeschenkNach Weihnachten summt es am Schweizer Himmel

Drohnen sind in der Schweiz ein beliebtes Weihnachtsgeschenk. Das kann zum Problem werden, da die Piloten nicht gut genug informiert sind. Das Bazl handelt.

von
Laura Frommberg

An den Weihnachtstagen dürfte es am Schweizer Himmel unruhig werden. Der Grund: Drohnen und Multikopter gehören zu den beliebtesten Geschenken in diesem Jahr. «Der Run auf die Drohnen ist auch bei uns spürbar», berichtet etwa Microspot-Sprecher Luc Suter. Bei Digitec und Galaxus sieht es ähnlich aus. «Bei uns erfreuen sich Drohnen grosser Beliebtheit», so Sprecherin Stefanie Hynek. Media-Markt erklärt, dass Helikopter mit und ohne Kamera sowie ferngesteuerte Quadrokopter «gut laufen».

Beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) hat man den Trend auch bemerkt und spricht von einer zunehmenden Aktivität. Zwar gibt es keine genauen Zahlen, wie viele Hobby-Piloten Drohnen durch die Schweiz steuern – wenn die Drohnen unter 30 Kilogramm wiegen und sich jederzeit in Sichtweite des Steuernden befinden, braucht dieser keine Genehmigung der Behörden.

Nicht gut organisiert

Der Trend birgt auch Probleme. Während Piloten von klassischen Modellfliegern in einem Verband organisiert sind, sind die Multikopter-Piloten das nicht. Daher, so Holderegger, seien ihnen die Vorschriften teilweise nicht bekannt. Viele wüssten gar nicht, dass sie sich mit bestimmten Manövern sogar strafbar machen. So darf man etwa mit dem Gerät nicht ohne eine Sonderbewilligung über Menschenmassen fliegen – etwa bei Veranstaltungen wie der Street Parade. Auch, wenn der Flieger ausser Sichtweite des Steuernden ist, ist das ein Gesetzesverstoss.

Damit Hobby-Drohnenpiloten nicht zum Problem werden, handelt das Bazl nun. In den nächsten Tagen beginnt die Behörde, Flyer an Schweizer Händler zu verteilen, auf denen die wichtigsten Regeln erläutert sind, die Piloten beachten müssen.

Nur geringe Vorfälle

«Das Risiko für die allgemeine Luftfahrt erachten wir nicht als gross», lenkt Holderegger aber ein. Es habe erst einzelne «geringe» Vorfälle gegeben und ein Passagierflieger sei nicht involviert gewesen. Doch die Drohnen schaffen es teilweise auf bis zu 300 Meter Höhe. Und dort müsse man eben auf andere Luftfahrtteilnehmer achten – und sich bewusst sein, wann man die Privatsphäre anderer verletzt.

Deine Meinung