Nach Wiler Doppelmord: Experte fordert Vermittler
Aktualisiert

Nach Wiler Doppelmord: Experte fordert Vermittler

Die Gründe für den Doppelmord von Wil sind immer noch unklar. Ein Experte ist jedoch überzeugt, dass der Fall nicht abgeschlossen ist.

Noch weiss man nicht, wieso am Samstag in Wil ein Kosovo-Albaner an der Pestalozzi-strasse seinen Landsmann (52) und dessen 18-jährigen Sohn am helllichten Tag hingerichtet hat. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass der Zwist noch nicht zu Ende ist. Laut Bekannten hat der älteste Sohn der Opferfamilie bereits Rache geschworen.

Verschiedene Leute, die nicht genannt werden wollen, sind sich sicher: Dieser Doppelmord wird Konsequenzen haben; denn es besteht die Gefahr, dass die Opferfamilie zurückschlagen wird. Thomas Kessler, Integrationsbeauftragter des Kantons Basel, fordert deshalb: «Die Behörden müssen jetzt gemeinsam mit kosovarischen Vermittlern die betroffenen Familien bearbeiten.»

Die Frage, was der Staat machen kann, um so etwas zu verhindern, stellt sich auch Beda Meier, Leiter der Integrationsförderung des Kanton

St. Gallen. «Ganz verhindert werden können solch schreckliche Taten leider nicht, egal ob Ausländer oder Schweizer beteiligt sind», so Meier. Sie seien aber immer Ausdruck von Nichtintegration. Massnahmen sind laut Meier, die bestehenden Gesetze durchzusetzen und zweitens Leute aus solchen Kulturen von Anfang an besser aufzuklären.

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Ermittlungen auf Hochtouren

«Die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Wiler Doppelmord laufen in verschiedenen Richtungen auf Hochtouren», sagte Kapo-Sprecher Hans Peter Eugster gestern gegenüber 20 Minuten. Es gebe keine konkreten Hinweise, dass Drohungen im Raum stünden, so Eugster. Noch seien die Gründe für den Doppelmord nicht geklärt. Diese würden nun ermittelt. Ob man je zu einem abschliessenden Ergebnis komme, sei jedoch ungewiss.

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