03.08.2020 11:28

Pöbelnder Pädagoge Nach Wutanfall auf Autobahn – Lehrer darf neue Stelle doch nicht antreten

Der Autobahnpöbler D. G.* hätte Mitglied der Schulleitung in Ehrendingen AG werden sollen. Nun teilen die örtlichen Behörden aber mit, dass dies nicht der Fall sein wird. Die Schulverwaltung hat sich gegen den 58-jährigen Pädagogen entschieden.

Was am Vormittag des 20. Juli auf der A1 bei Luterbach passierte, sorgte schweizweit für Aufsehen. Wegen des waghalsigen Manövers zweier Lenker und des anschliessenden Wutanfalls eines der Beteiligten – der 58-jährige Berner Lehrer, D. G.* – ermittelt die Polizei. Die gefährlichen Kapriolen mitten auf der Autobahn werden jetzt geahndet.

Der Vorfall hat aber nicht nur juristische Folgen: G., der auf der A1 ausstieg, um auf seinen Kontrahenten und dessen Wagen einzuschlagen, hat nun auch seine Stelle verloren. Eigentlich hätte der Pädagoge ab dem neuen Schuljahr für einen Kindergarten im Aargau, genauer in der Gemeinde Ehrendingen, tätig sein sollen. Nun haben sich die örtlichen Behören jedoch gegen ihn entschieden.

In einem Brief der Schulverwaltung vom 3. August werden die Eltern über die vorzeitige Auflösung des Arbeitsverhältnisses informiert: «Mit diesem Schreiben möchten wir Sie informieren, dass Herr G. im kommenden Schuljahr nicht Mitglied der Schulführung sein wird», steht im Infobrief. Man sei nun wieder auf der Suche nach einer Schulleitung mit einem Teilzeitpensum für die Kindergartenstufe.

Mit diesem Schreiben gelangte die Schulpflege am Montagmorgen an die Eltern.

Mit diesem Schreiben gelangte die Schulpflege am Montagmorgen an die Eltern.

Vater: «Es wäre mir nicht wohl gewesen»

Bereits vor wenigen Tagen äusserte Gemeindeammann Urs Burkhard Bedenken bezüglich der Zusammenarbeit – man fürchte um den Ruf der Gemeinde. Entsprechend zufrieden zeigt er sich mit dem neusten Beschluss der Schulpflege: «Ich finde das einen vernünftigen Entscheid für alle Beteiligten.» Hätte G. die Stelle angetreten, wäre er sehr kritisch beäugt worden, sagt Burkhard: «Er hätte einen schweren Stand gehabt. Und für die Eltern wäre die ganze Situation auch nicht angenehm gewesen.»

Ein Vater, der den Brief am Montagmorgen im Briefkasten hatte, zeigt sich ebenfalls erleichtert: «Als Vater wäre es mir nicht wohl gewesen, wenn jemand mit so einer Vorgeschichte in der Schulleitung sitzt.» Den Entscheid, dass G. die Stelle nun doch nicht antreten darf, empfindet der Mann als richtig.

Die verantwortliche Schulpflegepräsidentin sowie der betroffene Pädagoge waren am Montagmittag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

(sul / miw)

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