Kolumbien: Nach zwölf Jahren: FARC-Geisel frei
Aktualisiert

KolumbienNach zwölf Jahren: FARC-Geisel frei

Nach über zwölf Jahren in der Gewalt der FARC-Rebellen ist der Unteroffizier Pablo Emilio Moncayo frei gelassen worden. Er war als 19-Jähriger verschleppt worden.

Pablo Emilio Moncayo (rechts) ist nach 12 Jahren frei.

Pablo Emilio Moncayo (rechts) ist nach 12 Jahren frei.

Pablo Emilio Moncayo machte trotz der langen Geiselhaft einen äusserlich gesunden Eindruck. Überglücklich wurde er auf dem Flugplatz der Stadt Florencia etwa 500 Kilometer südlich von der Hauptstadt Bogotá von seinen Familienangehörigen in die Arme geschlossen.

Die Rebellen übergaben Moncayo am Dienstag einer humanitären Delegation.

«Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie schön es ist, wieder die Zivilisation zu sehen», sagte Moncayo nach seiner Ankunft in Florencia.

Der am 21. Dezember 1997 im Alter von 19 Jahren verschleppte Soldat war einer der beiden am längsten festgehaltenen Geiseln der FARC. Sein gemeinsam mit ihm entführter Kamerad Libio José Martínez war weiter in der Hand der marxistischen Rebellengruppe.

Oppositionelle als Vermittlerin

Die Delegation mit der oppositionellen Senatorin und Vermittlerin Piedad Córdoba sowie Vertretern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) und der katholischen Kirche war am späten Dienstagvormittag aufgebrochen, um Moncayo mit einem von der brasilianischen Armee bereitgestellten Hubschrauber abzuholen.

Durch das schlechte Wetter und verwirrende Angaben der FARC zum Übergabeort verzögerte sich die Aktion. «Wir hatten Angst, mit leeren Händen zurückkehren zu müssen», sagte Córdoba.

Dank an Gott und den Vater

Nach seiner Freilassung dankte Moncayo Gott und seinem Vater, der «mit seiner titanischen und unermüdlichen Arbeit» die Erinnerung an seine Geiselhaft wachgehalten habe.

Gustavo Moncayo hatte als «Wanderer für den Frieden» tausende Kilometer zu Fuss zurückgelegt, damit sein Sohn nicht in Vergessenheit gerät. Er durchquerte Kolumbiens Nachbarländer Ecuador und Venezuela, war in Frankreich, Spanien und Deutschland unterwegs und wurde 2007 sogar von Papst Benedikt XVI. in Rom empfangen.

Präsident Uribe erfreut

Der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe zeigte sich hocherfreut über die Freilassung Moncayos. Kolumbien empfange alle freigelassenen Geiseln mit offenen Armen und verurteile die Entführer, sagte Uribe vor Studenten in der nordöstlichen Stadt Cúcuta.

Bereits am Sonntag hatten die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) den im vergangenen April verschleppten 22-jährigen Soldaten Josué Daniel Calvo freigelassen. Die FARC erklärte, nun vorerst keine weiteren Geiseln ohne Gegenleistung des Staates mehr freizulassen.

Die 21 noch von ihr festgehaltenen Soldaten und Polizisten will sie gegen etwa 500 inhaftierte Rebellen eintauschen. Uribe hat dies immer wieder abgelehnt und stattdessen auf eine militärische Befreiung gesetzt. (sda)

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