Nachahmer drohen Bern mit Bomben
Aktualisiert

Nachahmer drohen Bern mit Bomben

Bereits zum dritten Mal innert vier Monaten musste der Berner Bahnhof gestern wegen eines Bombenalarms teilweise geräumt werden. Und auch im übrigen Kantonsgebiet gab es bereits überdurchschnittlich viele Bombendrohungen.

Dieses Jahr rückte die Polizei allein in der Stadt Bern schon fünfmal aus. Im Februar musste wegen einer Drohung ein Zug evakuiert werden, im April weckte eine Tasche im Bahnhof die Aufmerksamkeit der Polizei und am Montagabend stand ein verdächtiges Paket vor der Polizeiwache im Bahnhof. Dazu gab es Ende März eine Bombendrohung in der Gewerbeschule und einen Alarm im Ryffligässli.

Auch auf dem restlichen Kantonsgebiet scheinen die Bombendrohungen anzusteigen. 2005 gab es insgesamt zwei Fälle, 2006 deren vier. Bis Ende April waren es dieses Jahr bereits drei, wie Ursula Stauffer von der Kantonspolizei Bern auf Anfrage sagte. In diesen Zahlen sind die Fälle der Stadt nicht inbegriffen.

Bombendrohungen lockten jeweils Nachahmungstäter an, sagt Stauffer. Ob dies allerdings dieses Jahr mehr als üblich der Fall sei, könne die Polizei nicht sagen, da die Täter nicht gefasst werden konnten.

Mehr Meldungen verdächiger Gegenstände

Die Stadtpolizei verzeichne in letzter Zeit mehr Anrufe von Leuten, die verdächtige Dinge melden, sagte Mediensprecher Franz Märki. Er führt dies darauf zurück, dass die Leute durch Medienberichte stärker sensibilisiert seien.

Für die Polizei sei es jeweils schwierig, die Situation einzuschätzen. Bei einem Verdacht könne sie sich keine Halbheiten leisten. Darum seien schnell einmal viele Leute von Sperrungen oder Evakuationen betroffen.

In den meisten Fällen sei es aber immer noch so, dass herumstehende Gegenstände ins Fundbüro gebracht würden. Das soll laut Märki auch der Normalfall bleiben. Im Zweifelsfall sei es aber angebracht, die Polizei zu avisieren, bevor ein verdächtiger Gegenstand berührt werde.

Verdächtiges Paket

Am Montagabend gegen 20 Uhr wurde der Hauptbahnhof Bern wegen eines verdächtigen Pakets teilweise gesperrt. Das Paket war vor der dortigen Polizeiwache gefunden worden. Kurz vor Mitternacht stellte sich heraus, dass es nichts Gefährliches enthielt.

Der Bahnverkehr war nicht betroffen. Für die Bevölkerung bestand zu keiner Zeit eine Gefahr, wie die Stadtpolizei Bern mitteilte. (sda)

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