Wallisellen ZH: Nachbar filmt Einbruch am helllichten Tag
Aktualisiert

Wallisellen ZHNachbar filmt Einbruch am helllichten Tag

Bei Leser M.B. wurde um die Mittagszeit eingebrochen. Ein Nachbar filmte den Einbrecher. Laut der Polizei sind Banden vermehrt tagsüber aktiv.

von
daw

Der Einbrecher verlässt den Tatort hastig. (Video: Leser-Reporter)

Ein unbekannter Einbrecher macht sich am vergangenen Mittwoch an der Haustüre eines Einfamilienhauses in Wallisellen ZH zu schaffen. Es gelingt dem glatzköpfigen Mann nicht, die massive Türe zu öffnen. Er dringt über die Terrasse ins Haus ein, indem er die Türe aus dem Rahmen wuchtet. Er nimmt Uhren mit und verlässt hastig den Tatort. Ein Nachbar hat den Einbruch beobachtet und mit dem Handy gefilmt (siehe Video oben).

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Vom Einbrecher fehlt jede Spur.

Vom Einbrecher fehlt jede Spur.

Leser-Reporter
Er brach am helllichten Tag in das Haus des Zürcher Ehepaares ein.

Er brach am helllichten Tag in das Haus des Zürcher Ehepaares ein.

Leser-Reporter
Eingedrückte Türe: Der Einbrecher verursachte einen Sachschaden von einigen hundert Franken.

Eingedrückte Türe: Der Einbrecher verursachte einen Sachschaden von einigen hundert Franken.

Leser-Reporter

«Der Einbruch geschah kurz nach dem Mittag. Ich muss wenige Minuten vorher das Haus verlassen haben», sagt Einbruchsopfer M.B.* Der Sachschaden sei beträchtlich. Viel Wertvolles habe der Mann allerdings nicht erbeuten können. «Es waren Billiguhren. Vor rund vier Jahren wurde bei uns schon einmal am helllichten Tag eingebrochen. Damals hatten wir wertvollere Uhren und mehr Bargeld im Haus. Daraus haben wir aber gelernt.»

«Meine Frau fühlt sich nicht mehr sicher»

Die Nachbarsfamilie habe nicht eingegriffen, da sie Angst gehabt habe, sagt B. Gerade für seine Frau sei der neuerliche Einbruch traumatisierend. «Sie fühlt sich nicht mehr sicher, sodass wir uns fragen, ob wir nicht wegziehen müssen.»

Der Einbruch gehe aber auch ihm nahe und löse ein beklemmendes Gefühl aus. So schaue er sich immer um, wenn er das Haus verlasse. Er befürchte, dass der Einbruch trotz des Videos nie aufgeklärt werde. «Das macht mich sehr wütend. Man fühlt sich machtlos. Die Versicherung deckt wohl den Schaden, der Ärger ist trotzdem gross.»

Trend zu Einbrüchen tagsüber

Marc Besson, Sprecher der Kantonspolizei Zürich, bestätigt den Einbruch an der besagten Adresse. Der Sachschaden belaufe sich auf einige hundert Franken. Die Ermittlungen liefen. Man stelle seit längerer Zeit fest, dass sich Einbrüche von der Dämmerung auch in den Tag verlagerten. «Wir haben den Fokus unserer Kampagne gegen Einbrecher sowie Patrouillentätigkeiten entsprechend angepasst.»

Laut der Schweizerischen Kriminalprävention dringen Einbrecher meist tagsüber in Wohnungen und Einfamilienhäuser ein, wenn die Leute arbeiten und unterwegs sind – etwa in den Sommerferien. In Geschäftsräumen, Büros, Lagerhallen und dergleichen fänden Einbrüche hingegen häufiger nachts statt, «wenn sich niemand mehr in den Räumlichkeiten oder auf dem Gelände aufhält».

In der Schweiz wurden 2018 rund 37'000 (versuchte) Einbruch- und Einschleichdiebstähle registriert. Nur etwa jeder fünfte Einbruch wird aufgeklärt.

* Name der Redaktion bekannt

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