Aktualisiert 03.04.2020 06:48

Kanton Zürich

Nachbar mit GPS-Sender als Päcklidieb überführt

Um einem Päcklidieb auf die Schliche zu kommen, legte ein 41-jähriger Zürcher einen Köder aus: Eine vermeintliche Weinlieferung stattete er mit einem GPS- und Peilsender aus.

von
miw
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In einem Vorort Zürichs ist ein Päcklidieb in eine listige Falle getappt – mit der detektivischen Ader des Adressaten hatte der Langfinger nämlich nicht gerechnet.

In einem Vorort Zürichs ist ein Päcklidieb in eine listige Falle getappt – mit der detektivischen Ader des Adressaten hatte der Langfinger nämlich nicht gerechnet.

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Der 41-jährige Empfänger wollte herausfinden, wohin seine Päckchen jeweils verschwinden. So stattete er einen Weinkarton mit einem GPS-Tracker und einem Peilsender aus. Das Paket füllte er – um die Sache möglichst echt aussehen zu lassen – mit vollen, aber günstigen Weinflaschen. Schliesslich, mitten in der Nacht, legte der Hobby-Detektiv den Köder aus: Das präparierte Päckchen stellte er im Eingangsbereich ab, dort, wo üblicherweise Postboten die Lieferungen platzieren.

Der 41-jährige Empfänger wollte herausfinden, wohin seine Päckchen jeweils verschwinden. So stattete er einen Weinkarton mit einem GPS-Tracker und einem Peilsender aus. Das Paket füllte er – um die Sache möglichst echt aussehen zu lassen – mit vollen, aber günstigen Weinflaschen. Schliesslich, mitten in der Nacht, legte der Hobby-Detektiv den Köder aus: Das präparierte Päckchen stellte er im Eingangsbereich ab, dort, wo üblicherweise Postboten die Lieferungen platzieren.

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Nicht lange liess der da noch unbekannte Dieb auf sich warten: Bereits kurz 7.30 Uhr ging auf Traubs Handy der Bewegungsalarm des GPS-Senders los. Die Signale führten den Bestohlenen schliesslich nicht einmal aus dem Wohnhaus hinaus – bereits vor dem Kellerabteil eines Nachbarn schlug der Peilsender an.

Nicht lange liess der da noch unbekannte Dieb auf sich warten: Bereits kurz 7.30 Uhr ging auf Traubs Handy der Bewegungsalarm des GPS-Senders los. Die Signale führten den Bestohlenen schliesslich nicht einmal aus dem Wohnhaus hinaus – bereits vor dem Kellerabteil eines Nachbarn schlug der Peilsender an.

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Täglich werden in der Schweiz ausgelieferte Pakete aus Hauseingängen geklaut – und zwar zuhauf. Allein bei der Stadtpolizei Zürich wurden im vergangenen Jahr 392 Brief- oder Paketdiebstähle gemeldet. Nun jedoch ist einer dieser Päcklidiebe in eine listige Falle getreten – mit der detektivischen Ader des Adressaten hatte der Langfinger nämlich nicht gerechnet.

Der 41-jährige Empfänger, der im «Tages-Anzeiger» unter dem falschen Namen Rolf Traub seine Story erzählt, hatte kürzlich genug von dieser Klauerei. Nachdem zum zweiten Mal innert kurzer Zeit seine Wein-Lieferung aus dem Hauseingang verschwand, machte er sich also ans Werk: «Ich wollte herausfinden, wohin die Päckli verschwinden. Bleiben sie im Haus oder werden sie an einen externen Ort gebracht?», sagt der Zürcher zum «Tages-Anzeiger».

So stattete er einen Weinkarton mit einem GPS-Tracker und einem Peilsender aus. Das Paket füllte er – um die Sache möglichst echt aussehen zu lassen – mit vollen, aber günstigen Weinflaschen. Schliesslich – mitten in der Nacht – legte Rolf Traub den Köder aus: Das präparierte Päckli stellte er im Eingangsbereich ab, dort, wo üblicherweise Postboten die Lieferungen platzieren.

Um 7.30 Uhr schlug der Dieb zu

Nicht lange liess der da noch unbekannte Dieb auf sich warten: Bereits am Morgen um 7.30 Uhr ging auf Traubs Handy der Bewegungsalarm des GPS-Senders los. Traub nahm die Fährte auf. Die Signale führten den Bestohlenen schliesslich nicht einmal aus dem Wohnhaus hinaus – bereits vor dem Kellerabteil eines Nachbarn schlug der Peilsender an.

Sofort alarmierte er eine Polizeipatrouille. «Ich erklärte den Beamten, was ich getan hatte, beschrieb mein Paket und erklärte ihnen, zu welcher Wohnung dieser Keller gehörte.» Noch am gleichen Abend konnte der Nachbar des Päcklidiebstahls überführt werden.

Polizei rät von solchen Aktionen ab

Die Kantonspolizei Zürich hat Kenntnis von einem solchen Vorfall, gibt allerdings aus Persönlichkeitsschutzgründen keine Details bekannt. Und die Ordnungshüter warnen: Wer auf eigene Faust ermittle, könne sich strafbar machen. Bestehe die Gefahr, dass deponierte Pakete gestohlen würden, rät die Polizei dazu, den Postboten das Abstellen der Pakete vor Ort zu untersagen.

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