09.11.2020 16:29

St. GallenNachbar trug Leiche in Teppich unwissend herum

Dienstag und Mittwoch steht ein 37-jähriger Serbe vor Gericht, der beschuldigt wird, einen Landsmann umgebracht zu haben.

von
Jeremias Büchel
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Das Kantonsgericht am Klosterhof  in St. Gallen.



Das Kantonsgericht am Klosterhof in St. Gallen.

KEYSTONE

Mitte Juli 2017 war in einem Waldstück im Thurgau von einer Spaziergängerin die verkohlte Leiche eines Mannes gefunden ­worden. Für die Polizei war rasch klar: Der 41-jährige Serbe war einem Tötungsdelikt zum Opfer gefallen. Drei ­Jahre später kommt es zum Prozess: Ab heute steht der mutmassliche Täter, ein 37-jähriger Serbe, vor Gericht. Er soll seinen Landsmann wegen einer Geldschuld getötet haben. Es geht um einen Kredit, den der Beschuldigte dem späteren ­Opfer nicht ­zurückzahlen konnte. Der Spielsüchtige hatte das geliehene Geld und noch mehr verzockt. «Er war ­daher nicht in der Lage, den Kredit zurückzuzahlen, und wusste, dass der Geldgeber das Geld notfalls mit Gewalt einfordern würde», heisst es in der Anklageschrift.

Ausreden für stinkenden Teppich

Der Beschuldigte soll sein ­Opfer zu sich nach Hause bestellt und dort erschlagen haben. Die Leiche soll er im Wald mit Brand­beschleuniger überschüttet und angezündet haben. Zuvor soll er einen Nachbarn gefragt haben, ob ihm dieser beim Tragen eines Teppichs in den Lieferwagen helfen könne. Dieser wusste nichts davon, dass im Teppich eine Leiche versteckt war. «Als ich ihn fragte, warum es so stinke, antwortete er, es sei ein alter Teppich – er kam mit Ausreden», so Djordje Stankovic (61).

Die Staatsanwaltschaft klagt den 37-Jährigen unter anderem wegen Mordes, Diebstahls und rechtswidrigen Aufenthalts an. Ihm ­drohen bis zu 18 Jahre Gefängnis und 15 Jahre Landesverweis.

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