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Kochareal ZürichNachbarn beschweren sich über Besetzer-Partys

Partylärm, Abfall und Hundekot: Anwohner stören sich massiv an den Besetzern des Kochareals und fühlen sich von der Polizei im Stich gelassen. Nun wollen die bürgerlichen Parteien helfen.

von
som
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Das Bürogebäude auf dem Koch-Areal ist seit Mai 2013 besetzt - jetzt können die Aktivisten dank der Stadt sogar bis auf Weiteres bleiben.

Das Bürogebäude auf dem Koch-Areal ist seit Mai 2013 besetzt - jetzt können die Aktivisten dank der Stadt sogar bis auf Weiteres bleiben.

Keystone/Steffen Schmidt
Transparente an diversen Gebäuden weisen auf die Besetzung des Areals hin.

Transparente an diversen Gebäuden weisen auf die Besetzung des Areals hin.

Keystone/Steffen Schmidt
Die Begrüssung ist freundlich ...

Die Begrüssung ist freundlich ...

Keystone/Steffen Schmidt

Bei der Stadtzürcher FDP sind zahlreiche Beschwerden von Anwohnern des Kochareals eingegangen. Die Besetzer verursachten Lärm, Abfall und liessen den Dreck ihrer freilaufenden Hunde einfach liegen, heisst es dort immer wieder. «Vor allem während der Sommerferien haben dort oft laute Partys bis in die Morgenstunden stattgefunden – begleitet von Knallkörpern», sagt FDP-Geschäftsführerin Claudia Simon.

Nach den Partys sei das ganze Trottoir mit Glasscherben übersät gewesen: «Bis die städtische Reinigungsequipen kamen, blieben sie liegen.» Der Gipfel war für Simon aber, wie die Polizei auf die Beschwerden der Lärmgeplagten reagierte: «Es hiess nur, man könne nichts machen.»

Gelände als rechtsfreier Raum?

Das Kochareal gehört seit 2013 der Stadt. Bis diese auf dem Gelände gemeinnützige Wohnungen baut, dürfen die Besetzer bleiben. Laut Simon ist aber die Toleranzgrenze der Anwohner mittlerweile erreicht: «Sie haben den Eindruck, dass das Gelände ein rechtsfreier Raum sei.»

Die FDP hat deshalb eine schriftliche Anfrage im Gemeinderat eingereicht. Unter anderem will sie vom Stadtrat wissen, wie viele Beschwerden wegen Partys von Anwohnern bei der Polizei eingegangen sind und warum diese nicht ausgerückt ist. Ebenfalls soll beantwortet werden, ob sich die Besetzer an Auflagen halten müssen. «Wenn wir diese Antworten erst einmal schriftlich haben, kann das den politischen Druck in Sachen Kochareal erhöhen», sagt Simon.

SVP plant Kampagne, Stadt wehrt sich

Der Stadtzürcher SVP-Präsident Mauro Tuena hingegen glaubt, dass solche Anfragen nicht mehr viel bringen: «Wir haben schon zig davon eingereicht, doch es ist nie etwas passiert.» Mit seiner Partei plant er eine grosse Kampagne, «um die Bevölkerung über die unhaltbaren Zustände im Kochareal sensibilisieren». Es könne nicht sein, dass die Besetzer dort machen, was sie wollen: «Als Normalbürger muss man sich auch an die Gesetze halten, sonst hat man sehr schnell Ärger mit den Behörden.»

Laut Patrick Pons ist das Kochareal kein rechtsfreier Raum. Er ist Sprecher des Finanzdepartements, das für das Gelände zuständig ist: «Die Stadt hat sehr wohl Vereinbarungen mit den Besetzern getroffen und tauscht sich mit ihnen regelmässig aus.» Dabei werden auch Themen wie Lärm und Littering besprochen: «Verbessert sich die Situation nicht, sind Konsequenzen möglich.» Wie diese genau aussehen, sagt er nicht.

Zu den konkreten Fragen der FDP kann Pons sich nicht äussern, da es sich um ein laufendes politisches Verfahren handelt. Zum Thema Lärmklagen sagt er aber, dass man dieses Thema ernst nehme: «Bis jetzt ist die Polizei zum Schluss gekommen, dass es unverhältnismässig wäre, direkt einzuschreiten.» Falls sie dies tue, müsse es auch eine Verbesserung bewirken.

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