Späte Einigung - Nachbars Hecke bodeneben abgesägt – Streit landet vor Gericht
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Späte EinigungNachbars Hecke bodeneben abgesägt – Streit landet vor Gericht

Vor dem Bezirksgericht Zürich ging es am Donnerstag um eine abgesägte Hecke. Die beiden Parteien konnten sich erst vor dem Richter einigen.

von
Lynn Sachs
Thomas Mathis
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Ein Teil der Lorbeerhecke hat M. B. im Oktober 2020 abgesägt.

Ein Teil der Lorbeerhecke hat M. B. im Oktober 2020 abgesägt.

Privat
Zuvor ragte die Hecke auf sein Grundstück.

Zuvor ragte die Hecke auf sein Grundstück.

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Er habe dem Nachbarn gesagt, er solle die Hecke schneiden.

Er habe dem Nachbarn gesagt, er solle die Hecke schneiden.

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Darum gehts

  • Zwei Nachbarn aus der Stadt Zürich trugen einen Streit vor Gericht aus.

  • Einer der beiden hatte dem anderen eine Hecke radikal zurückgeschnitten.

  • Sie einigten sich schliesslich, dass das Verfahren eingestellt wird.

Ein Nachbarschaftsstreit endete am Donnerstag vor dem Richter. Der 58-Jährige, der damals noch in Zürich-Affoltern gewohnt hat, sägte am ersten Tag im vergangenen Oktober ein Teil der Lorbeerhecke des Nachbars bis auf die Wurzelstöcke herunter. «Ich habe den Nachbarn mehrfach dazu aufgefordert, die Hecke zu schneiden», sagte er vor dem Bezirksgericht Zürich. Sein Unterstand sei überwuchert gewesen.

Doch der Nachbar hat offenbar nicht reagiert und so schritt der Beschuldigte zur Tat. «So habe ich die Hecke aus Leichtsinn grosszügig geschnitten, um den Unterstand zu befreien.» Eine böse Absicht habe er nicht gehabt. Zudem sei der Grenzverlauf unklar gewesen. Der Nachbar hingegen gab am Prozess an, er habe gesagt, dass er die Hecke Ende September schneiden werde. Er verstehe nicht, warum die Hecke gestört habe.

Funkstille seit dem Vorfall

Seit dem Vorfall mit der Hecke herrscht Funkstille zwischen den beiden Parteien. Der 58-Jährige ist inzwischen auch gezügelt. «Ich kann nichts Gutes oder Schlechtes berichten», sagte er zur Beziehung zu seinem Nachbarn. Die Folge seiner Aktion war allerdings ein Strafbefehl wegen Sachbeschädigung. Es sei ein Schaden von 7800 Franken entstanden.

Im März wurde er von der Staatsanwaltschaft zu einer bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu 30 Franken verurteilt. Der Mann erhob dagegen Einsprache. Vor Gericht beantragte er, dass der Strafbefehl aufgehoben wird und der Nachbar die entstandenen Kosten bezahlen muss, weil es auch dieser gewesen sei, der die Hecke wuchern liess.

Verfahren wird eingestellt

Vor Gericht fanden die beiden Streithähne eine Lösung. Sie schlossen einen Vergleich und das Verfahren wurde eingestellt. Die Hecke wachse wieder und müsse nicht ersetzt werden, sagte der Nachbar. Die Offerte des Gärtners könne deshalb vergessen werden. Laut dem 58-Jährigen muss er allerdings die Anwaltskosten des Nachbarn bezahlen. Doch ganz zufrieden ist er mit dem Resultat nicht: «Die Grundsatzfrage ist nicht geklärt worden.»

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